BERLIN – Die sich häufenden Angriffe auf die deutsche Infrastruktur zeigen derzeit besonders in der Hauptstadt, wie anfällig unsere Systeme sind. Seit Tagen ist der Betrieb am Flughafen BER nach einem Cyberangriff auf die IT-Systeme massiv eingeschränkt. Der Hauptstadtflughafen befinde sich im „Ausnahmemodus“, das angegriffene System für die Passagier- und Gepäckabfertigung funktioniere immer noch nicht. Zahlreiche Flüge sind entweder verspätet oder fallen ganz aus, allein für heute wurden schon acht Ankünfte und sieben Abflüge gecancelt. Vorsorglich kündigte ein Flughafensprecher an, dass es wohl weitere Stornierungen heute geben wird.
Die Fluggesellschaften machen aus der Not eine Tugend und improvisieren zunehmend erfolgreich. So haben viele zusätzliches Personal zum BER beordert, um die Abfertigung am Boden wieder in Schwung zu bringen. Zum Teil haben die Airlines eigene Laptops für die Abfertigung der Passagiere zum Flughafen gebracht.
Bei der Gepäcksortierung unterstützen Feuerwehr und Personal des Flächenservices die gestressten Mitarbeiter, damit der Rückstau abgebaut werden kann. „Wir versuchen alles, um die Lage weiter zu stabilisieren, und um die Beeinträchtigungen für die Reisenden möglichst gering zu halten“, sagte der Sprecher. Das Kernproblem sei allerdings weiter nicht gelöst. Der vom Cyberangriff betroffene IT-Dienstleisters Collins Aerospace am Flughafen Berlin-Brandenburg bemüht sich intensiv darum, das infizierte Computersystem wieder in Gang zu bringen.
Collins Aerospace war bereits am vergangenen Freitag Opfer des großangelegten Cyberangriffs geworden. Der Hackerangriff legte elektronische Systeme lahm, die für die Passagier- und Gepäckabfertigung genutzt werden. Betroffen waren neben Berlin insbesondere die Flughäfen in Brüssel, Dublin und London (Heathrow).
Passagieren, die Zeit sparen wollen, wird empfohlen, die Sicherheitskontrollen mit CT-Scannern zu nutzen. An diesen Geräten müssen Flüssigkeiten und Elektronik nicht ausgepackt werden, wie in einem Instagram-Beitrag des BER erklärt wird. Diese Sicherheitskontrollen befänden sich in den Pavillons Nord und Süd sowie im Terminal 2.
Berlins Finanzsenators Stefan Evers (CDU) forderte, aus dem Cyberangriff die nötigen Schlussfolgerungen zu ziehen und die Schutzmaßnahmen deutlich zu erhöhen. Das Land Berlin ist einer der Gesellschafter der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH.
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