Die SPD hat wieder einen Star: Greift Manuela Schwesig jetzt nach den Sternen?

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig

von KLAUS KELLE

BERLIN/SCHWERIN – Kaum zu fassen, aber real: Die SPD hat wieder einen Star. Mecklenburg-Vorpommerns alte und wohl auch zukünftige Ministerpräsidentin Manuela Schwesig ist eine Kämpferin, und sie hat das Sieger-Gen, das man bei den Sozialdemokraten so lange vermisst hatte und das inzwischen auch der CDU abhanden gekommen ist. Und nach unten ist auch dort noch jede Menge Luft.

Landesväter und -mütter punkten bei Wahlen – so wie Bürgermeister auch – vor allem durch ihre persönliche Beliebtheit.

Schwimmen Sie im Volke wie ein Fisch im Wasser, wie Mao Tsetung das einst den kommunistischen Revolutionären in China empfohlen hat, dann gewinnen sie auch dann, wenn ihre Partei gerade im Tief ist. Oder Kandidat und politische Grundstimmung passen – dann ist es perfekt.

So wie in Sachsen-Anhalt zuletzt, wo der sympathische Ulrich Siegmund mit seiner AfD einen fulminanten Erfolg errang, der ihn bald in die Staatskanzlei in Magdeburg tragen wird.

So einen wie Siegmund konnte die AfD bisher, in Ostdeutschland zumindest, nicht aufbieten. Der Mann ist jung, sympathisch und schlagfertig – so gar nicht wie die Betonköpfe, die zu Höcke pilgern oder in Schnellroda andocken, die Tassen der russischen Armee im Bücherregal stehen haben und das Erinnern an den millionenfachen Menschenmord im Holocaust für einen „Schuldkult“ halten oder die Nazi-Jahre für einen „Fliegenschiss“ vor der Geschichte, auch wenn dieses Zitat von einem Westler stammt.

Nein, Ulrich Siegmund ist anschlussfähig, wie das Politologen nennen. Vor dem hat auch keiner in Sachsen-Anhalt Angst, der ihn nicht gewählt hat. Unser Ulli eben…

So ähnlich müssen Sie sich das bei der SPD und Frau Schwesig vorstellen

Ja, sie hat es nicht ganz geschafft, bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern die AfD zu überholen. Aber sie hat nach einem hoffnungslosen Abstand in den Umfragen von 19 Prozent Anfang des Jahres ein dramatisches Finish hingelegt. Und sie wird die Regierung bilden mit den ganz linken Genossen von der SED/Linke und den Grünen.

Doch all das ist nicht die SPD insgesamt, es ist ein kleines Fünkchen Hoffnung für die gebeutelten Sozis im Land, die sich seit Jahren überall im Sturzflug befinden.

Und nun wirft heute Bärbel Bas hin, eine der beiden SPD-Vorsitzenden – aus nachvollziehbaren persönlichen Gründen.

Und der andere Vorsitzende, Lars Klingbeil, deutscher Finanzminister, kündigt direkt an, der Bundesvorstand der SPD werde beim nächsten Parteitag zum Jahreswechsel 2026/2027 komplett neu gewählt. Was bietet sich da denn besser an als der neue Star Manuela Schwesig? Ministerpräsident und Parteichef, das funktioniert, wie wir seit Kurt Beck wissen.

Manuela Schwesig kann Kampagne, sie ist eine Frau, stammt aus Ostdeutschland und ist regierungserfahren – da drängt sich gleich die Erinnerung an Angela Merkel von der CDU auf.

Und Schwesigs verhängnisvolle Russland-Connection wurde nicht einmal im Ansatz aufgearbeitet.

Alle Augen richten sich weiter auf Altkanzler Gerhard Schröder, der als eine Art Leiharbeiter für den Kreml seine Rubel verdient und gern auch einmal eine Sause beim Chef mitfeiert, während dessen Militär Nacht für Nacht Menschen in der Ukraine wahllos umbringt.

Dabei spielt Schwesig eine mindestens ebenso miese Rolle in der ganzen Geschichte um den Bau der Nord Stream 2-Pipeline und der Gründung einer landeseigenen „Stiftung Klima- und Umweltschutz MV“, um unter dem Deckmantel des Umweltschutzes drohende US-Sanktionen gegen Firmen, die am Bau der Pipeline kräftig verdienten, zu umschiffen.

Geleakte Dokumente zeigten später, wie eng Schwesigs Landesregierung damals mit den russischen Betreibern kooperierte, die zum Stiftungskapital über Putins Gazprom-Konzern 20 Millionen Euro beisteuerten.

Eine Geschichte hart am Rande des Landesverrats, denn Sie werden sich noch an das kleine Nebengleis dieses ganzen Themenkomplexes erinnern, wo eine Finanzbeamtin – angeblich „aus Panik“ – drei wichtige Steuererklärungen der Stiftung, bei denen es um Schenkungssteuern auf die Millionen aus Russland ging, in einem Kamin verbrannte.

Eigentlich ein guter Hebel, um mal zu recherchieren, was aus der Frau geworden ist.

Hat sie jetzt ein schickes Ferienhaus in Schweden? Oder ist sie vielleicht versehentlich irgendwo aus einem Fenster im vierten Stockwerk gefallen?

Bildquelle:

  • Manuela_Schwesig_SPD: staatskanzlei meckenlenburg-vorpommern

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.