Dürfen wir Deutschen unsere Helden feiern? Wir müssen es sogar, wenn wir unsere Identität wiederfinden wollen…

Anzeige

Liebe Leserinnen und Leser,

kennen Sie Niklas Kaul? Wahrscheinlich die wenigsten von Ihnen. Kaul hat gestern bei den Leichtathletik-Europameisterschaften die Goldmedaille im Zehnkampf für Deutschlnd und sich selbst gewonnen. In eine schwarz-rot-goldene Fahne lief er die Ehrenrunde in München. Ich liebe solche Szenen, diese zur Schau gestellte Verbundenheit mit unserer großen Gemeinschaft. Mit uns, mit den Deutschen. Was haben Deutsche nicht alles geschafft in Wissenschaft, in Literatur, im Theater, im Sport, beim Maschinenbau, bei der Entwicklung der besten Autos der Welt. Und natürlich, auch bei einem der monströsesten Verbrechen in der Geschichte der Menschheit waren Deutsche ganz vorn dabei. Eine Schande für die Ewigkeit. Einige denken ja, wir sollten nicht so viel darüber sprechen, ich sehe das anders. Unsere gemeinsame Geschichte ist nicht nur unsere Geschichte aus den guten Zeiten, sondern auch bei den ganz üblen Jahren. Das ist nicht trennbar, meine Freunde. Gemeinsam gewinnen, gemeinsam verlieren, alles andere wäre verlogen.

Niklas Kaul hat Gold für Deutschland geholt. Ein deutscher Held, einer von uns, der etwas Außergewöhnliches geschafft hat. Nehmen wir solche Leistungen überhaupt noch wahr, achten wir diese besonderen Mitbürger? Ich denke, viel zu wenig. Manchmal wie jüngst bei Uwe Seeler, dem Ausnahme-Fußballer aus Hamburg, habe ich Hoffnung, dass dieser Name, dass sein Ruhm, weit in die Zukunft hinein einen guten Klang haben wird.

Gestorben ist auch Wolfgang Petersen, einer der besten Filmregisseure aller Zeiten. Der Junge aus Emden startete seine Karriere an der deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin. 1971 hatte er gleich mit dem «Tatort»-Krimi «Blechschaden» Erfolg. Die Folge «Reifezeugnis» mit Nastassja Kinski machte ihn und die blutjunge Darstellerin über Nacht berühmt. Petersen wurde ein Star in Hollywood, der Traumfabrik, drehte «Das Boot» (1981) über die Besatzung eines deutschen U-Boots im Zweiten Weltkrieg, mit Jürgen Prochnow und Herbert Grönemeyer. Er arbeitet mit den großen Stars wie Clint Eastwood («In the Line of Fire»), Dustin Hoffman («Outbreak»), Harrison Ford («Air Force One»), George Clooney («Der Sturm») und Brad Pitt («Troja»).

Ein Junge aus Emden. Einer von uns. Seien wir stolz auf außergewöhnliche Menschen wir ihn und andere. Auf unsere Helden…

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Klaus Kelle

Anzeige

Unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende

Jetzt spenden (per PayPal)

Jetzt abonnieren

Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.