Ein bisschen Sexismus sollte in einer freien Gesellschaft normal sein

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Liebe Leserinnen und Leser,

ich hoffe, es verstört sie nicht, wenn ich bekenne: In einer freien Gesellschaft ist ein gewisses Maß an Sexismus nichts Anstößiges.

Wenn ich rechts aus unserem Ferienhaus in Kroatien trete, dann sind es etwa 20 Meter bis zu der wunderbaren Taverne, von denen ich Ihnen vorgestern erzählt habe. Im „Frühen Vogel“ vor zwei Tagen schrieb ich:

„…den Boss des Restaurants, der seine wirklich unglaublich schöne “Servicekraft” schickte und mir zwei Halbe Pils ausgeben ließ, “on the house”, während ich auf den Rest der “Kelle-Squad” wartete, wie mein Sohn Paul unsere Familie nennt.“

Der ein oder andere von Ihnen wird sich erinnern. Einige Facebook-Sexisten fragten mich danach per Chat, ob ich die Dame nicht vielleicht auch fotografieren und zum Text dazustellen könnte.

Jetzt, am dritten Tag hier, weiß ich: der Eigentümer hat nicht nur ein solche Servicekraft, sondern viele. Jedenfalls steht da abends jedes Mal eine andere Frau in enger Bekleidung mit einer Speisekarte am Stehtisch zum Eingang – alle vielleicht so 25 Jahre jung. Und niemand, der dort vorbeikommt, will die Karte sehen. Weil der Anblick dieser Frauen phänomenal ist. Sie sind wirklich klassisch schön.

Gestern Abend trug die Dame am Eingang ein knappes Top und eine schwarze hautenge Latexhose. Muss man nicht mögen, sah aber ziemlich scharf aus. Selbstverständlich lotste ich meine Kinder vorbei zu einem anderen Lokal, aber die Frau da am Stehtisch war – wie wir Sexisten sagen – etwas fürs Auge. Damit wir nicht in Altherrenwitze abgleiten, und weil ich ja auch katholisch bin, sagte ich den Kindern, dass das da gerade wohl Sexismus sei und in Deutschland Gleichstellungsbeauftragte wegen so etwas Atemschwierigkeiten bekommen. Doch meine Kinder fragten mich: Wieso denn? Unsere Älteste vertrat sogar die Auffassung, dass Gucken als Geschäftsförderung absolut in Ordnung sei. Natürlich nicht anfassen, auch nicht schmierige Bemerkungen. Aber wenn da eine Frau gut bezahlt wird, um ihre Attraktivität zur Schau zu stellen und so Aufmerksamkeit zum Beispiel auch für das Restaurant zu erregen – warum nicht, wenn sie es freiwillig macht? Ich würde mich schon gar nicht mehr trauen, so etwas auszusprechen, aber sie hat absolut recht.

In den USA gibt es die Fastfoodkette „Hooter’s“, die nach dem gleichen Prinzip arbeitet. Alle Kellnerinnen sind jung und sie sind hübsch. Und sie tragen kurze, knappe und orangefarbene Hosen. Und deshalb kommen viele Männer, um dort Chicken Wings mit Blue Cheese und Curley Fries mit Aioli zu essen und geben für ein Lächeln üppige Trinkgelder. Glauben Sie mir, als jemand, der häufig in Florida gewesen ist, weiß ich die Chicken von „Hooter’s“ zu würdigen.

Unsere deutsche Gesellschaft erlebt eine Prüderie unerwarteten Außmaßes, wo ein harm- und belangloser Flirt abends an der Hotelbar zur SPIEGEL-Titelseite führen kann, wenn der Sexist ein bürgerlicher Politiker ist. Sie erinnern sich noch an #meetoo, eine Schwachsinnskampagne, die uns Männer als potentielle Vergewaltiger unter Generalverdacht stellte, und die Mainstreamblase befeuerte diese Hetzkampagne auch noch. Ein Kompliment, ein anzüglicher Spruch im Büro, die Tür aufhalten? Da kommt die große Sexismus-Keule.

Ich will nicht bestreiten, dass es Männer gibt, die zum Beispiel ihre Machtposition im Unternehmen ausnutzen, um Frauen dort zu belästigen. Und dass es Männer gibt, die sich völlig blöde gegenüber Frauen verhalten. Aber, liebe Freunde, die Frauen, die ich in meinem Leben kennengelernt habe, fanden Komplimente immer gut. Sie fanden es gut, wenn man ihnen die Tür aufhält oder ihnen in den Mantel hilft. Und sie stehen zu Hause vor dem Spiegel und bretzeln sich auf. Natürlich nur für sich selbst, wie uns die Femo-Industrie weißmachen will.

Auch bei diesem Thema empfehle ich, dass wir alle uns dieser Umerziehungspolitik mit aller Kraft wiedersetzen. So wie dem Gendersprech und anderem Schwachsinn. Ich finde es gut, wenn Frauen Wert auf ihr Äußeres legen, sich schminken, und ja, auch enge Kleider tragen oder – ganz böse – Dirndl. Lassen wir uns das doch nicht alles miesmachen von einer kleinen Minderheit freudloser Gestalten, die uns in Kartoffelsack-ähnlichen Bekleidungen belästigen, ihre Haare kurz schneiden, als wollten sie bei der Fremdenlegion anheuern oder sich kreischend ihr Oberteil runterreißen, um gegen irgendwas zu protestieren und uns als „Femen“ Bilder im Gehirn festtackern, die wir niemals haben sehen wollen.

Schöne Frauen sind wunderbar. Wer nicht auf sein Aussehen reduziert werden will, muss das ja nicht. Und ich kenne viele Frauen, die klug und erfolgreich sind, und dennoch nicht herumlaufen, als hätten sie unter der Brücke geschlafen. Und die einfach gern schön sein wollen. So wie Männer gern schöne Frauen ansehen wollen. Das machen wir seit Millionen Jahren…

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Klaus Kelle

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.