Fabrikmanager lästerte Mohammed – Mitarbeitern folterten und verbrannten ihn

ARCHIV - Pakistans Premierminister Imran Khan, hier im März 2020, nannte die Tat eine Schande für sein Land. Foto: B.K. Bangash/AP/dpa
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ISLAMABAD – Nach einem Lynchmord wegen Gotteslästerung hat die Polizei in Pakistan 110 Menschen festgenommen. Darunter seien die mit Hilfe von Fernsehbildern identifizierten Hauptverdächtigen, erklärte der Polizeisprecher Khurram Shahzad.

Der Lynchmord hatte sich am Freitag in Sialkot im pakistanischen Teil Kaschmirs ereignet, wo mehr als die Hälfte der weltweit produzierten Fußbälle gefertigt werden. Ein aus Sri Lanka stammender Manager einer Sportartikelfirma war von Arbeitskollegen und anderen Personen gefoltert und lebendig verbrannt worden, weil er den Propheten Mohammed beleidigt haben soll.

Premierminister Imran Khan erklärte, der Vorfall bringe Schande über sein Land, und er werde die Ermittlungen selbst beaufsichtigen.

Wenige Tage vor dem Lynchmord hatte eine Menschenmenge in der Nordwestprovinz Khyber Paktunkhwa randaliert und eine Polizeiwache in Brand gesteckt, weil ein anderer Mann wegen Blasphemie inhaftiert worden war. Gotteslästerung ist ein heikles Thema in Pakistan, wo religiöse Fanatiker immer wieder Beschuldigte erschlagen, erschießen oder lebendig verbrennen.

Bildquelle:

  • Premierminister Imran Khan: dpa
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