Fernseh-Branche feiert sich selbst: Ehrenpreis für Senta Berger

Senta Berger hat den «Ehrenpreis der Stifter» erhalten. Foto: Henning Kaiser
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Düsseldorf – «Kamera ab, Schnitt, nächste Szene»: Bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises lief am Donnerstagabend das meiste streng nach Drehbuch, wie es sich für die Branche gehört.

Rund drei Stunden hatten die Veranstalter Zeit für die Preisvergabe in mehr als 20 Kategorien, dazwischen kurze Freudentränen, überraschte Freude und die bei Auszeichnungen stets üblichen Dankesworte an Teams und Familien. Zusammengerafft auf 45 Minuten zeigte das ZDF am späten Abend ein «Best of» – ein Kompromiss zwischen den früheren Live-Galas und dem völligen Ausschluss der Öffentlichkeit im vergangenen Jahr.

Moderatorin Barbara Schöneberger ließ sich die Gelegenheit für einen Seitenhieb deshalb nicht entgehen: «Wir sind wieder da. Wir sind die SPD der Preisverleihungen», scherzte sie vor den rund 350 geladenen Gästen in den Düsseldorfer Rheinterrassen, der «schönsten Mehrzweckhalle am Rhein».

Insgesamt wurden mehr als 20 Filme und Serien, Produktionen, Moderatoren und Musiker ausgezeichnet. Die wichtigen Trophäen für die Klassenbesten bei den Regisseuren, Schauspielern, den Filmen und Mehrteilern heimsten die öffentlich-rechtlichen Sender ein. Mit dem Preis als bester Schauspieler ging Martin Brambach nach Hause, als beste Schauspielerin wurde Sonja Gerhardt ausgezeichnet. Das Patchwork-Drama «Familienfest» (ZDF) überzeugte die Jury als bester Film des vergangenen Jahres. Den Ehrenpreis der Stifter – das sind die Intendanten und Geschäftsführer von ARD, ZDF, RTL und Sat.1 – erhielt in diesem Jahr die Schauspielerin Senta Berger (75).

Für Jan Böhmermann wird der Deutsche Fernsehpreis bereits zur kleinen Serie: Auch in diesem Jahr gewann der 35-Jährige mit seinem Team in der Kategorie «Beste Unterhaltung Late Night» mit seinem Format «Neo Magazin Royale». «Wir widmen den Preis der Rechtsschutzversicherung des ZDF», scherzte der ZDF-Satiriker, der sich im vergangenen Jahr wegen seines Schmähgedichts mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan angelegt hatte.

Ein Déjà-vu gab es auch für das Team der VOX-Krankenhausserie «Club der roten Bänder», das ebenfalls zum zweiten Mal auf der Fernsehpreis-Bühne stand und den Preis als beste Serie entgegennahm.

Bildquelle:

  • Deutscher Fernsehpreis – Senta Berger: dpa
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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.