Füllkrug führt Bremen zum Sieg gegen Hoffenheim

Niclas Füllkrug (M) war der Matchwinner für die Bremer bei der TSG 1899 Hoffenheim. Foto: Uwe Anspach/dpa - Nutzung nur nach schriftlicher Vereinbarung mit der dpa
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von CHRISTOPH LOTHER

SINSHEIM – Niclas Füllkrug lächelte nach dem Schlusspfiff zufrieden und klatschte seinen kongenialen Sturmpartner Marvin Ducksch ab: Dank seines Top-Torjägers bleibt Aufsteiger Werder Bremen auf Erfolgskurs und schob sich vorübergehend auf einen Champions-League-Platz vor.

Die Hanseaten gewannen zum Auftakt des 9. Spieltags der Fußball-Bundesliga etwas glücklich mit 2:1 (1:1) bei der TSG 1899 Hoffenheim. Füllkrug erzielte kurz vor Ende mit seinem achten Saisontor per verwandelten Foulelfmeter (87. Minute) den Siegtreffer – und betrieb vor den Augen von Bundestrainer Hansi Flick reichlich Eigenwerbung für ein WM-Ticket.

Den Strafstoß hatte Teamkollege Mitchell Weiser nach einem Foul von Stanley Nsoki herausgeholt. Schiedsrichter Benjamin Cortus zeigte erst nach Videobeweis auf den Punkt. «Er zieht mir das Bein weg», sagte Weiser bei DAZN, «für mich ist das ein klarer Elfer». Das Spiel sei «nicht unser bestes» gewesen, gab der Außenverteidiger zu: «Aber als Aufsteiger nehmen wir drei Punkte auswärts gerne mit.»

TSG-Torhüter Oliver Baumann haderte mit dem Spielverlauf: «Unser Spiel war so gut, dass du dieses Spiel nie im Leben verlieren darfst. Unsere erste Halbzeit war brutal gut. Deswegen ist es extrem bitter.»

Werder-Duo beeindruckt

Vor 25.410 Zuschauern zeigten Füllkrug und Marvin Ducksch beim ersten Tor für Werder ihre Topform. Nach einem feinen Doppelpass der beiden deutschen Stürmer erzielte Ducksch seinen zweiten Saisontreffer (18. Minute). Doch Munas Dabbur (32.) gelang der zwischenzeitliche Ausgleich für die TSG.

Die Bremer waren mit derselben Startelf aufgelaufen, die am vergangenen Wochenende beim 5:1-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach ein spektakuläres Offensiv-Feuerwerk gezündet hatte. Vor Füllkrug und Ducksch hatte auch Hoffenheims Trainer André Breitenreiter vor dem Anpfiff bei DAZN gewarnt: «Wir müssen sie permanent beschäftigen und dürfen ihnen keinen Raum geben. Wir haben uns einen guten Plan überlegt.»

Härte gehörte offenbar auch zu diesem Plan. Es war noch nicht mal eine Minute gespielt, als Füllkrug von Stanley Nsoki in die Mangel genommen wurde. Auffälligster Akteur in der Anfangsphase war aber der weit vorgerückte Außenverteidiger Robert Skov, der früh zwei Großchancen für Hoffenheim vergab (2. und 3.). Die Hereinnahme von Skov für Pavel Kaderabek zahlte sich aus, der Däne war ein ständiger Unruheherd.

TSG trifft den Pfosten

Doch dann wurden die Gastgeber kalt erwischt: Bei einem Konter zeigten Vorlagengeber Füllkrug und Torschütze Ducksch, wie clever sie sich bewegen und dass sie ein feines Gespür für die Laufwege des jeweils anderen haben. Die TSG war vom Rückstand aber nicht geschockt – im Gegenteil. Sie spielte weiter mutig nach vorne und wurde durch den Ausgleich von Dabbur belohnt. Nur zwei Minuten später verhinderte der Pfosten beim Schuss des auffälligen Baumgartner die Hoffenheimer Führung.

Nach dem Seitenwechsel ging der Schwung etwas verloren, am ehesten setzten sich noch die Hoffenheimer durch. Doch Baumgartner (55.), Dabbur (62.) und Skov (65.) konnten den Ball nicht im Tor unterbringen. Später machte es Füllkrug vom Punkt besser. Der Elfmeter war von Schiedsrichter Benjamin Cortus erst nach Videobeweis gegeben worden. Nsoki hatte Mitchell Weiser im Strafraum gefoult.

Bildquelle:

  • 1899 Hoffenheim – Werder Bremen: dpa
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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.