Gut müssen sie sein, ob Mann oder Frau ist vollkommen egal

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Liebe Leserinnen und liebe Leser,

Bärbel Bas ist jetzt protokollarisch zweite Person in Deutschland – nach dem Bundespräsidenten. Der ist wie üblich ein Mann, und deshalb legt das sogenannte Juste Milieu Wert darauf, dass im Bundestag nun eine Frau präsidiert. Nicht, weil Frau Bas damit viel Erfahrung hätte, oder gar besondere Fähigkeiten, die sie für dieses wichtige Staatsamt qualifizieren. Nein, sie ist einfach eine Frau. Punkt. Das reicht.

Wenn man wirklich etwas gegen die angebliche Diskriminierung von Frauen tun wollte, dann würde man das gar nicht mehr hervorheben. Mann, Frau, es ist vollkommen egal, sie müssen einfach etwas können, das sie zu dem Job befähigt – so wie Männer auch.

Rita Süßmuth (CDU) und Annemarie Renger (SPD) waren in den 80er und 90er Jahren auch schon einmal Bundestagspräsidentin. So, wo also ist die aktuelle Sensation? Frau Bas ist gewählt, sie ist eine Frau, und jetzt Platz nehmen, Mikro an und arbeiten!

Sie können mir glauben, ich bin der letzte Mann auf diesem Planeten, der irgendetwas gegen Frauen an sich oder Frauen in Führungspersonen hätte. Frauen sind etwas Einzigartiges, der perfekte Gegenpol zu uns Männern, das Mensch gewordene Jing und Jang. Deshalb gibt es ja auch nur die zwei Geschlechter, und für die Menschen, die in dieser Frage wirklich orientierungslos sind und darunter leiden, gibt es medizinische Möglichkeiten. Aber all das Gerede links-feministischer Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen-Initiativen über angeblich 40, 60 oder – evangelische Genderbeauftragte einst – 4.000 Geschlechter, das ist einfach nur kompletter Schwachsinn.

Aber Frauen? Wunderbar! Und es gibt ja viele Beispiele von Frauen, die es auch ohne Quote ganz nach oben geschafft haben, in der Wirtschaft, in den Medien und in der großen Politik. Und wie bei den Männern gab und gibt es Frauen in der Politik, die ein Segen für ihre Bürger waren, so wie etwa Maggie Thatcher, oder die, die ein Fluch für ihr Land sind, so wie Angela Merkel. Aber ich würde niemals behaupten, Merkel war so eine Katastrophe, weil sie eine Frau war. Sie war so eine Katastrophe, weil sie so eine Katastrophe ist. Vielleicht hängt auch noch ihre Sozialisation in einem SED-Elternhaus damit zusammen, aber das ist ein anderes Thema.

Doch als Begründung für einen Top-Job im Vorstand, im Fernsehen oder im Präsidium nur zu sagen, sie ist ja eine Frau, das ist mehr als dünn.

Ich will das konsequente Leistungsprinzip für alle! Für alle Menschen, egal welchen Geschlechts. Von mir aus können 90 Prozent der Bundestagsabgeordneten Frauen sein, wenn sie denn durch ihre Leistung den Job rechtfertigen. Eine Chefin in der Firma – für mich überhaupt kein Problem. Warum auch? Es ist völlig wurscht, ob jemand ein Mann oder eine Frau ist – aber gut müssen sie sein und ihren Job erledigen.

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Klaus Kelle

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.