Ich denke, dass Trump nicht noch einmal als Präsidentschaftskandidat antritt

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Liebe Leserinnen und Leser,

seit Montag war ich die ganze Woche in München auf einer internationalen Konferenz Konservativer aus aller Welt. Ich habe hochinteressante Menschen kennengelernt, die im Kern so ticken wie ich und wie viele von Ihnen auch. Mit einem Mann aus Neuseeland habe ich gestern zu Mittag gegessen, dessen Thema die absurde Steuerpolitik seiner Regierung ist. Ein Typ aus der Schweiz hat bei einem Rollenspiel eine unglaublich witzige Vorstellung hingelegt, dass wir alle mit Tränen vom Lachen auf den Tischen lagen. Der neue Freund aus Guatemala versprach, beim unserem nächsten Treffen Zigarren aus Havanna mitzubringen. Mit einer Ukrainerin und einer jungen Pro Life-Aktivistin aus Nairobi (Kenia) habe ich Interviews geführt, die Sie in den kommenden Tagen hier lesen können.

Es waren mehrere US-Republikaner dabei, mit denen wir abends im kleinen Kreis spannende Gespräche über die Lage ihrer Partei hatten. „Will Donald Trump run again!“ war dabei die wichtigste hitzig diskutierte Frage. Wir waren uns alle einig, dass Trump im Oval Office durchaus eine gute Figur gemacht hat, gemessen an den Ergebnissen seiner praktischen Politik. Mit Einschränkung vielleicht bei der Bekämpfung von Covid-19.

Sein Verhalten nach der Wahlniederlage bis heute fanden auch die konservativen Amis bei unserem Treffen peinlich. Niemand von den Fünfen, mit denen ich gesprochen habe, glaubt, dass die Wahl entscheidend manipuliert worden ist. Nicht ein Einziger, und ich auch nicht. In einzelnen Bezirken mag es Unregelmäßigkeiten gegeben haben, aber nicht nationwide.

Und die Kandidaten, die in Frage kämen, lassen sich durchaus sehen. Tritt Marco Rubio noch einmal an oder der neue Star aus Florida, Ron deSantis? Mike Pence, Trumps früherem Vizepräsidenten trauen viele Parteifreunde zu, die Nummer 1 zu werden. Und Condoleezza Rice wird auch immer wieder genannt. Aber wie das Kaninchen auf die Schlange starren alle darauf, was Donald Trump macht. Wird er wirklich noch einmal antreten? Seine Macht in der GOP ist ungebrochen hoch, wie jüngst Liz Cheney erfahren musste.

Meine neuen amerikanischen Freunde tippen darauf, dass Trump mit den jetzt laufenden juristischen Ermittlungen die Karten gelegt bekommt. Ein Ex-Präsident, der Geheimdokumente mit nach Haus nimmt, darunter – wie man hört – u. a. Geheimdienstberichte mit den Klarnamen amerikanischer Agenten, das geht gar nicht.

Schauen wir uns das Schauspiel einfach an, ändern können wir es sowieso nicht.

Ihnen allen ein schönes Wochenende!

Ihr Klaus Kelle

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.