In der Matrix: Auf Twitter verzweifeln die linken Schwurbler gerade

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Liebe Leserinnen und Leser,

Demos, Demos, Demos, es reißt nicht ab, und subjektiv wirkt es auf mich, als würden es jedes Mal mehr Teilnehmer, die gegen die staatlich verordneten Corona-Maßnahmen aufbegehren. Und immer noch schwurbeln die wahren Schwurbler dieser Zeiten von den bösen Verschwörungstheoretikern und Nazis, die da angeblich so zahlreich unterwegs sind. Mehrere Mitglieder unserer Redaktion waren in den vergangenen Wochen unter den Teilnehmern solcher Demos dabei, und was sie schildern, hat nichts mit Nazis oder anderen Extremisten zu tun. Da versammelt sich ein Querschnitt der Bevölkerung, Alt und Junge, Frauen und Männern, die ihrem Gefühl der Ohnmacht Luft machen wollen, in der Corona-Krise staatlichen Maßnahmen hilflos ausgeliefert zu sein.

Sind da auch Rechte dabei? Ja, sicher. Wenn ich im Edeka Obst und Rindersteaks kaufe, dann ist immer möglich, dass da an der Kasse zwei hinter mir ein Nazi stehen könnte. Darf ich deshalb nichts mehr zum Essen einkaufen?

Unser Eindruck, der Eindruck vieler Beobachter ist, dass es in Ostdeutschland mehr Rechte bei diesen Demonstrationen gibt, in Westdeutschland eher „bunte Vielfalt“. In Berlin und Baden-Württemberg sogar eher eine linksbuntes Völkchen. Und was heißt das denn auch? Wir sind das Volk! Das gilt nicht nur, wenn man sich vorher von seltsam aussehenden Teilnehmern ausdrücklich distanziert und neben dem Impfausweis ein Exemplar des Grundgesetzes bei sich trägt. Freiheit und das Recht, seine Meinung frei in Wort, Schrift und Bild zum Ausdruck zu bringen – das gilt für alle Bürger und jederzeit.

Ich plädiere hier nicht für oder gegen das Impfen. Ich plädiere für Freiheit und Bürgerrechte. Das soll ja neuerdings auch schon „voll Nazy, ey“ sein. Auf Twitter jammern linksextreme Schwurbler in Horden, dass man heutzutage nicht mal mehr für oder gegen etwas demonstrieren könne, ohne dass da überall Nazis um einen herum liefen, links und rechts, oben und unten. Manches war so unglaublich blöde, dass ich richtig lachen musste beim Lesen.

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Klaus Kelle

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.