von KLAUS KELLE
PEKING/LOS ANGELES – Kennen Sie den Film „The Manchurian Candidate“ mit Denzel Washington und Meryl Streep aus dem Jahr 2004? Falls nicht, holen Sie das bitte nach! Es wird Ihren Horizont für das erweitern, was ich Ihnen gleich erzähle. Es geht um das Thema Entmenschlichung, über das ich schon vorgestern ausführlich im Zusammenhang mit illegalem Organhandel und auch mit dem Thema Leihmutterschaft geschrieben habe.
Viele Leser haben sich heute bei mir mit eigenen, sehr persönlichen Erfahrungen und Hinweisen gemeldet. In einem Fall kam spontan sogar ein persönliches Gespräch in einem kleinen Café irgendwo im Berliner Bezirk Charlottenburg zustande. Bei Themen wie illegalem Organhandel und Leihmutterschaft gefriert einem das Blut in den Adern, je weiter man sich in das Thema vorwagt.
„Wissen Sie eigentlich, dass viele wohlhabende Chinesen ihre Kinder in den USA austragen lassen“, fragte mich mein Gesprächspartner. Und so etwas passiere nicht nur einmal, weil ein unglückliches chinesisches Paar keine Kinder auf natürliche Art und Weise bekommen kann und sich die Erfüllung ihres Traumes vom „eigenen Kind“ zwischen 130.000 und 250.000 Dollar kosten lässt. Es gibt reiche Chinesen, die lassen reihenweise Kinder in den USA von gemieteten Frauen austragen und zur Welt bringen.
Der wohl extremste Fall ist der 48-jährige Tech-Milliardär Xu Bo, Gründer des Spieleunternehmens Guangzhou Duoyi Network. Er bezeichnet sich selbst als „Chinas ersten Vater“ und verfolgt das Ziel, eine Dynastie von Nachfolgern aufzubauen, die seine geschätzten 1,1 Milliarden Dollar später erben sollen. Eine Recherche des Wall Street Journal ergab, dass Xu mehr als 100 Kinder durch Leihmütter in den USA gezeugt hat. Seine Ex-Freundin behauptet sogar, es seien weltweit über 300 Kinder. Xu Bo sucht dem Bericht zufolge gezielt nach „50 hochwertigen Söhnen“, da er männliche Erben als überlegen ansieht.
Zu solchen Berichten passt auch ein Sicherheitsaspekt
Erst vor wenigen Tagen schrieben die amerikanischen Senatoren Rick Scott und Tom Cotton einen Brief an Justizministerin Pam Bondi.
Sie forderten darin eine umfassende Untersuchung der Leihmutterschaftsindustrie in den USA durch das Justizministerium und warnten vor einer „bewussten, langfristigen Strategie“ Chinas, die darauf abzielt, die USA durch die Instrumentalisierung des Staatsbürgerschaftsrechts zu unterwandern.
In meinen Worten – und hier kommt der Bezug zum „Manchurian Candidate“ – wäre es möglich, dass auf Betreiben der chinesischen KP gezielt Kinder in den USA produziert werden? Der Clou dabei: Kinder, die in den Vereinigten Staaten geboren werden, sind mit ihrer Geburt automatisch amerikanische Staatsbürger.
Sie sehen aus wie Amerikaner, kommen zu ihren Eltern nach China und werden dort im Sinne der kommunistischen Einheitspartei großgezogen. Ideologisch indoktriniert, schickt man sie später wieder in die USA, zum Studieren zum Beispiel. Nach Absolvieren der Uni-Zeit können sie sich dann frei bewerben, wo immer sie wollen – sie sind ja amerikanische Staatsbürger – alles in Ordnung. Viele Leihmutterschaftsakten werden in Kalifornien unter Verschluss gehalten. Behörden können kaum nachvollziehen, wer die biologischen Väter in China sind und welche Verbindungen sie vielleicht zur Kommunistischen Partei (KPCh) pflegen.
Kalifornien gilt aufgrund seiner liberalen Gesetze als Zentrum der Baby-Industrie
Agenturen wie die in Arcadia ansässige Firma von Guojun Xuan und Siwei Zhang stehen unter Verdacht, die Intransparenz des Systems ausgenutzt zu haben, um „Baby-Farmen“ zu betreiben, in denen Dutzende Säuglinge gleichzeitig von Nannys aufgezogen werden, bis sie nach China transportiert werden können.
Der genannte Fall flog im vergangenen Jahr auf, nachdem ein zwei Monate alter Säugling mit schweren Kopfverletzungen und Hirnblutungen in ein Krankenhaus eingeliefert wurde.
Im Zentrum der Ermittlungen stehen der erwähnte chinesische Staatsbürger Guojun Xuan (65) und seine Partnerin Silvia (Siwei) Zhang (38), die offenkundig ein komplexes System zur „Massenproduktion“ von Kindern über US-Leihmütter betrieben haben.
Bei der Durchsuchung der Villa fanden Polizisten insgesamt 15 Kleinkinder, die unter fragwürdigen Bedingungen lebten. Weitere sechs Kinder wurden an anderen Orten entdeckt, sodass insgesamt 21 Kinder in staatliche Obhut gebracht wurden. Nachbarn berichteten, das Haus habe gewirkt wie eine „Drillschule“, in der Kinder in Reihen für das „Toilettentraining“ aufgestellt und angeschrien wurden.
Die beiden US-Senatoren sehen in dieser Praxis kein privates Vergnügen reicher Chinesen, sondern eine strategische Gefahr für die Nationale Sicherheit ihres Landes.
Zumal auffällig ist, dass in Kalifornien eine Reihe von Agenturen, die die Kinderwünsche chinesischer Bürger realisieren, auch in chinesischer Eigentümerschaft sind. Alles Zufall?
Senatoren wie Scott wollen jedenfalls den Zugang für Bürger aus „gegnerischen Staaten“ zu US-Leihmüttern komplett verbieten. Gegnerische Staaten sind dabei China, Russland, Iran und Nordkorea, inzwischen wohl auch Kuba.
Die Chancen, dass diese Praxis massiv eingeschränkt wird, stehen derzeit so gut wie niemals zuvor. Sowohl konsrvative Republikaner als auch die liberalen Demokraten sind für massive Einschränkungen – aus unterschiedlichen Gründen allerdings. Die Republikaner wollen die Nationale Sicherheit schützen, die Demokraten die Leihmütter, die oft in prekären Verhältnissen leben und sich „verkaufen“ müssen.
Die Trump-Administration hat jetzt angekündigt, per Dekret gegen „Birth Tourism“ vorzugehen. Ein Verbot für chinesische Staatsbürger, US-Leihmütter zu nutzen, könnte schneller kommen als ein Gesetz, falls das Justizministerium diese Verträge als Sicherheitsrisiko einstuft.
Bildquelle:
- Babyabteilung_Supermarkt_Kalifornien: the epoch times/han bing
