Leben in der Corona-Krise

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Liebe Leserinnen und Leser,

alle paar Tage kommt es vor, dass Ihr gewohnter „Früher Vogel“ gar nicht so früh online ist wie Sie es gewohnt sind. Gestern Abend hatten wir ab etwa 21 Uhr ernste technische Probleme und konnten deshalb über mehrere Stunden keine aktuellen Beiträge einstellen. Ich bitte dafür um Entschuldigung, wir sind halt ein StartUp und müssen immer wieder improvisieren.

Mein Thema heute ist Covid-19, ich kann es Ihnen nicht ersparen. Das Virus beherrscht unser Leben in für mich nicht erwartbarem Maße. Als regelmäßige Leser meiner Beiträge wissen Sie viel über mich und meine persönlichen Befindlichkeiten, weil ich diese gern auch mit Ihnen teile. Ich denke, gerade bei den persönlichen Dingen werden viele von Ihnen ähnliche Erfahrungen gemacht haben, ähnliche Unsicherheiten verspüren, ähnlich umgetrieben sein.

Was global und in unserem Land in den vergangenen zwei Jahren geschehen ist und noch geschieht, war für mich unvorstellbar. Aber es passiert wirklich, und es wird nicht besser.

Ich war wie viele von Ihnen auch unsicher, ob Covid-19 nicht vielleicht einfach eine Grippe ist, wie es sie schon oft gegeben hat. Ich war bei meiner Hausärztin und habe mich eingehend beraten lassen, ob ich mich wirklich impfen lassen muss oder wir das vermeiden können. Ich lese jeden Tag dutzende Berichte, Nachrichten und Analysen zur Pandemie. Unsere Redaktion schreibt viel darüber, und immer gefällt es einem Teil der Leserschaft nicht – egal, was wir gerade schreiben. Dieses Land ist gespalten wie noch nie seit den 70er Jahren. Und keiner weiß, ob hier wieder irgendwann zusammenwächst, was zusammengehört. Im Moment habe ich nicht den Eindruck.

Von unserer siebenköpfigen Familie sind derzeit vier Covid-infiziert, einer im Krankenhaus, drei in Quarantäne. Die anderen drei bleiben zu Hause auf absehbare Zeit, einer fährt hin und wieder einkaufen, Lebensmittel hauptsächlich. In meinem/unserem engeren Umfeld und Freundeskreis sind derzeit mehrere Personen infiziert, die meisten mit ruhigem Verlauf, einige mit schweren Kopfschmerzen und ohne Geschmackssinn. Alles unter Kontrolle. Für die nächsten zwei Wochen hatte ich 14 Termine an verschiedenen Orten in Deutschland, zehn sind in den vergangenen 48 Stunden abgesagt worden. Die anderen vier? Sehen wir morgen…

In unserem Umfeld wächst – und das ist gut – der Zusammenhalt wieder. Man redet wieder mehr, fragt, ob und wie man unterstützen kann, tauscht auch mal Medikamententipps aus. Manche versichern, dass sie für Freunde, die krank sind, beten. Wir alle sind in einer ganz üblen Situation. Heute Nachmittag wollte ich mit meiner ältesten Tochter auf den Weihnachtsmarkt in Kempen. Der wurde abgesagt. Gestern wollte ich nach Bielefeld zum Fußball, ich hab es gelassen, es muss nicht sein. Nichts muss sein, Weihnachtsfeiern nicht, Fußball nicht, Club nicht. Nur gesund müssen wir bleiben, und diese Pandemie muss endlich gestoppt werden. Und die betroffenen Unternehmen müssen schnell und reichlich Hilfe vom Staat bekommen, denn sonst wird es eine Pleitenwelle geben, die unser Land noch nicht erlebt hat.

Passen Sie gut auf sich und Ihre Lieben auf!

 

Ihr Klaus Kelle

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