Linke Gesinnungsprüfer weisen Spende für die Flutopfer zurück – wer gibt ihnen das Recht?

Heckler & Koch in Oberndorf.
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von CHRISTIAN KOTT

Um die Opfer der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ist es still geworden. Nachdem wohl eher wahlkampfbedingt die politischen VIPs Deutschlands nach und nach medienwirksam ihre Besuche im Katastrophengebiet hinter sich gebracht haben, wendet man sich wieder den wahlentscheidenden Themen Gendersternchen, E-Autos und Rassismus zu. Auch in den großen Medieninszenierungen, in denen sich Kandidaten in Fernsehsendungen um den Titel des besten Kanzlers balgen, geht es um alles Mögliche, aber nicht um das Schicksal der Opfer der Katastrophe.

Eine kleine Meldung war in der vergangenen Woche aber dann doch noch zu verzeichnen: Die „Aktion Deutschland hilft e.V.“, die unter der Schirmherrschaft des ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler und (noch) Außenminister Heiko Maas Spenden für die Fluthilfe einsammelt, hat „Haltung“ gezeigt: Eine Spende der Firma Heckler & Koch in Höhe von 15.000 Euro schickte man einen Monat nach ihrem Eingang an die Waffenschmiede aus Oberndorf zurück mit folgender Begründung: „Aufgrund unserer ethischen Leitlinien wurde durch einen Vorstandsbeschluss entschieden, dass wir Ihre Spende nicht annehmen können.“.

Man wundert sich in diesem Land über nichts mehr, jedenfalls bestimmt nicht über einen solchen Beschluss. Erfrischend ist es dann aber schon, dass Heckler & Koch die Chuzpe hatte, mit einem offenen Brief auf diesen Vorgang öffentlich zu reagieren. In dem im Internet abrufbaren Schreiben an die Haltungs-Fluthelfer stellte Heckler & Koch klar:

„Erstens: Die Polizistinnen und Polizisten, Soldatinnen und Soldaten, die direkt nach der Flut in die betroffenen Gebiete geeilt waren, um den Menschen vor Ort zu helfen, werden von Heckler & Koch ausgestattet. Wohl kaum ein Bürger in den Flutgebieten, der nicht froh und dankbar war, dass ihm unsere Sicherheitskräfte in diesem Moment zur Seite standen.

Zweitens: Gewiss erinnern Sie sich an die Bilder vom Einsatz der Bundeswehr zur Rettung deutscher und afghanischer Staatsbürger vor den Taliban in Kabul. Diese Mission konnten Soldaten u. a. aus Frankreich, Großbritannien, Norwegen, den USA und Deutschland auch deshalb erfolgreich ausführen, weil sie mit Waffen von Heckler & Koch ausgerüstet waren. Waffen, mit denen sie sich und andere schützen konnten.“

Die zur Hälfte von der Belegschaft stammenden 15.000 Euro spendete Heckler & Koch dann lieber zur Hälfte an eine besonders betroffene Gemeinde im Flutgebiet und zur anderen Hälfte an das Technische Hilfswerk (THW).

An diesem Vorgang lässt sich plakativ ablesen, was es bewirkt, wenn Entscheider das Gehirn abschalten und sich stattdessen frei von Rationalität von dem leiten lassen, was Ideologen mit dem früher einmal positiv besetzten Begriff „Haltung“ tarnen: Alles und jeder, der nicht in das Denkmuster linker Gesinnungsprüfer passt, darf und muss über einen Kamm geschoren, ausgegrenzt und möglichst öffentlich diskreditiert werden.

Den entscheidenden Grund, warum die Rücküberweisung der Spende durch den (natürlich gemeinnützigen) e.V. ein Skandal ist, hat Heckler & Koch übrigens gar nicht zur Sprache gebracht: Der Vorstand dieser Organisation, der offenbar nicht nur den Zweck verfolgt, Flutopfern zu helfen, sondern auch, mit der Gießkanne seine „Haltung“ zu versprühen, hat überhaupt nicht das Mandat, für die Flutopfer zu sprechen. Sicher hätten sich unter den von Bundes- wie Landesregierungen im Stich gelassenen Katastrophenopfern einige gefunden, denen der Betrag von immerhin 15.000 Euro erheblich geholfen hätte. Und hinzu kommt, dass ganz sicher nicht alle Bewohner der überschwemmten Gebiete die verschrobenen Ansichten des Vorstandes des Oberlehrervereins teilen. Das Geld zurückzuschicken anstatt es für den guten Zweck einzusetzen ist ein Schlag ins Gesicht jedes Einzelnen, der sein Haus oder Angehörige verloren hat und nun vor dem Aus steht.

Wer noch mit einem Rest an Ratio ausgestattet bei diesen Ideologen (Übrigens: wie gendert man die korrekt? Haltungende? Haltungsmensch:Innen?) bislang nur lächelnd den Kopf geschüttelt hat und diese für eine verschwindende Minderheit der Gesellschaft hielt, die man am besten ignoriert, sollte sich überlegen, ob und wie lange er noch dabei bleiben will. Diese Leute sind überall, und sie sind gefährlich.

Es handelt sich schon lange nicht mehr nur um ein zu vernachlässigendes Grüppchen von Journalisten, sondern sie sind mittlerweile an entscheidenden Positionen angekommen und erdreisten sich zunehmend, für uns alle sprechen zu wollen und zu dürfen. Wer da nicht mitmacht, der hat eben keine „Haltung“.

Heckler & Koch hat ihnen ganz sachlich aber entschieden und öffentlich widersprochen. Die große, schweigende Mehrheit in diesem Land, die von den Heuchlern mit dem erhobenen Zeigefinger die Nase voll hat, sollte es ebenso machen: Widersprechen! So öffentlich wie möglich!

Das, lieber Vorstand von „Aktion Deutschland hilft e.V.“ wäre wahre Haltung, jedenfalls in der Definition, was dieses Wort wirklich bedeutet.

Bildquelle:

  • Heckler_Koch_Zentrale: dpa
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