Mordanklage gegen einen 14-Jährigen

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Liebe Leserinnen und Leser,

nicht zum ersten Mal beschäftige ich mich hier mit Verbrechen, die mich und wahrscheinlich viele von Ihnen fassungslos machen. Und diese Schicksale berühren mich auch wirklich, wenn es sich bei den Opfern oder den Tätern um besonders junge Menschen handelt, die doch eigentlich ein ganzes Leben noch vor sich haben sollten.

In Braunschweig wurde ein seit Sonntag vermisstes 15-jähriges Mädchen mit Hilfe einer Wärmebildkamera-Drohne auf einer „verwilderten Grünfläche hinter einem Supermarkt“ entdeckt, wie die BILD schreibt. Schnell gelang es der Polizei, die beiden Täter zu identifizieren und festzunehmen. Es handelt sich um zwei 13 und 14 Jahre alten Jungs aus Salzgitter. Der 14- Jährige sitzt in Untersuchungshaft, der 13-Jährige ist wieder bei seinen Eltern, weil 13-Jährige in Deutschland nicht eingesperrt werden dürfen.

Und ich frage mich unwillkürlich: Warum darf man Jugendliche, die fähig und bereit sind, zu töten, eigentlich nicht einsperren? Wir haben eine 13-jährige Tochter, und natürlich ist sie noch nicht erwachsen. Ich bedauere dieses jungen Menschen heute, die in diesem Alter auf unsere in Teilen kranke Gesellschaft losgelassen werden. Die sich in der Grundschule mit Homosexualität beschäftigen müssen statt für die Eltern zu basteln, wie wir früher. Die politisiert werden von Verführern vom Schlage Thunberg und Neubauer. Und die auf ihrem Smartphone kranke Videos voller Gewalt und Sexualität sehen müssen, ja müssen, weil es einen sozialen Druck gibt, diesen ganzen Dreck zu kennen.

Ich idealisiere nicht die Vergangenheit. Früher war alles besser – das ist Unfug. Aber es war ein Raum, in dem fast alle eine halbwegs behütete Kindheit leben konnten. Wir freuten uns, wenn wir damals Ami-Serien im Fernsehen gucken durften. Mein absolutes Highlight 1970 war „Invasion von der Wega“ im ZDF. Die älteren werden sich erinnern…

„David Vincent hat sie gesehen. Für Ihn begann alles eines Nachts, als er auf einer einsamen Landstraße eine Abkürzung suchte, die er niemals fand….“

Hach, was war das spannend.

Und einmal nach dem Bolzen auf dem Fußballplatz bei uns im Dorf fragte mich ein ebenfalls 16-jähriger Klassenkamerad, ob ich eigentlich schon mal…habe… Heute lachen wir darüber, aber unsere Kinder stehen vor ganz anderen Herausforderungen im Alltag und auf dem Schulhof, als wir damals in der behüteten Zeit.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat gestern Mordanklage gegen den 14-Jährigen erhoben. Man muss das zwei oder drei Mal lesen. Mordanklage gegen einen 14-Jährigen, der zusammen mit einem 13-Jährigen eine 15-Jährige ermordet hat.

Ich glaube, dass diese ganze Gesellschaft in die falsche Richtung läuft. Der ganze gesellschaftliche Rahmen ist irre, überforderte oder desinteressierte Eltern, schlecht vorberreitete Bildungseinrichtungen und auch die dahinsiechenden Amtskirchen. Unsere Älteste ist Polizistin und oft auf Streife in einem großstädtischen Problembezirk – ich denke manchmal, inzwischen sind ganze Großstädte ein „Problembezirk“. Sie macht immer wieder die Erfahrung, dass selbst kleine Kinder, Zwölfjährige, keinerlei Respekt selbst vor Uniformierten haben. Unsere Gesellschaft droht zu kippen, in vielen deutschen Großstädten ist das bereits unübersehbar, und ja, es hat auch mit der ungeregelten Massenmigration zu tun.

Und ich sehe weit und breit niemanden, der sich dieser Entwicklung entgegenstellt.

Passen Sie gut aus sich auf, aber ganz besonders auf Ihre Kinder und Enkel!

Ihr Klaus Kelle

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.