„Natürliche Scheu“? Wölfe sind keine Kuscheltiere – sie sind gefährliche Raubtiere

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von MARTIN D. WIND

Breitzbach, Wietzendorf, Brokdorf, Kochendorf, Lohne, Pegnitz, Miesbach – diese Namen stehen für Nahbegegnungen mit oder völlig furchtlosen Annäherungen von Wölfen an Menschen. Das ist nur die Spitze des Eisbergs von Ereignissen, die überhaupt gemeldet wurden. Es ist eine schlaglichtartige Aufzählung von Orten erschreckender Vorkommnisse, wie sie in Deutschland inzwischen tagtäglich am helllichten Tage geschehen. Es scheint eine Eskalation zu sein, der die Bürger recht hilflos ausgesetzt sind: Raubtiere können und dürfen sich in Deutschland – weil streng geschützt und wegen mangelhafter Auslegung der Rechtslage – beinahe ungehindert in gefährliche Nähe zu Menschen begeben. Die Wölfe sind, so man sich die Videos, die Bilder ansieht und den teils panischen Stimmen der betroffenen Menschen zuhört, völlig ohne Scheu und Angst.

Es ist dieser vollkommene Mangel an Scheu, der so erschreckend ist. Es ist die große Not, diese – ja! – Todesangst, die man aus den Stimmen der Bedrohten hören kann, die so erschüttern, die für empathische Menschen so bedrückend sind. Und es ist der große Ärger, der aufkommt, wenn man sich anschaut, was den Bürgern seit 20Jahren mantraartig von Seiten der sogenannten Wolfsexperten und der NGOs, wie beispielsweise dem Naturschutzbund Deutschland, über das Wesen der großen Spitzenprädatoren erzählt wurde. Es ist dieses realitätsferne Märchen von der „natürlichen Scheu“ dieser faszinierenden Raubtiere, das so nachhaltig verärgert.

Die Lügen der „Experten“ und NGOs

Alle beruhigenden Behauptungen der sogenannten Experten und Natur- oder Umweltschutzverbände sind inzwischen widerlegt. Und man hätte das vor dem Hintergrund der historischen Dokumente und den Erkenntnissen aus den Wolfsbeobachtungen in Lebensräumen des Menschen, wissen müssen und können. Es kommt daher der schlimme Verdacht auf, dass hier vorsätzlich den Bürgern nicht die Wahrheit gesagt wurde, dass hier mit voller Absicht verharmlost wurde. Die Wiederansiedlung der Wölfe in Deutschland wurde aus ideologischen Gründen vor jeglicher vernünftigen Hinterfragung geschützt. Dabei ist alleine wegen der hohen Reproduktionsrate der Wölfe klar, dass die Situation irgendwann aus dem Ruder laufen muss: Etwa alle drei Jahre verdoppelt sich die Population der Wölfe.

„Eine Wolfsbegegnung in Deutschland ist wie ein 6er im Lotto“, wurde unter anderem von einem Vertreter des NABU getönt und in der Folge reichlich kolportiert. Inzwischen gibt es bundesweit mehr als genug Menschen, die in den „Genuss“ dieses „Gewinns“ kommen durften. Sehr viel hätten gerne auf diesen Hauptgewinn verzichtet. Anhand der panischen Reaktion einer bedrohten Frau bei Wietzendorf hat eine Psychologin gegenüber dem Videoportal wolfsinfo-aktuell.eu aufgezeigt, welch drastische Folgen eine als lebensbedrohlich empfundenen Annäherung haben kann: Da ist von Angststörungen und Traumatisierungen die Rede – und das „nur“, weil ein „Jungwolf“ ein bisschen „spielerisch“ Interesse am Hund der Dame gezeigt habe, wie die eingefleischten Wolfsfreunde der – in ihren Augen hysterischen – Hundehalterin mit auf den Weg geben.

Für die Wölfe, für die Mensch, für das Vieh

Immerhin in der niedersächsischen Politik scheint langsam die Tragweite der Gefährdungslage angekommen zu sein. Christian Budde, Pressesprecher von Landwirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) ordnet die Ereignisse ein: „Diese Begegnung zeigt sehr deutlich: Wölfe sind keine Kuscheltiere! Es handelt sich um wilde Raubtiere deren natürliches Verhalten große Verunsicherung auslösen und in solchen, für die Betroffenen äußerst unangenehmen Situationen resultieren kann“. Sein Dienstherr ist in Deutschland bisher einer der wenigen, die offen und klar aus der Politik heraus, im Sinne des Schutzes der Bevölkerung und der Weidetiere auf „klare Ansagen“ gegenüber den Wölfen bestehen: Wölfe, die in ihrem Verhalten problematisch für Mensch und Vieh werden, werden in Niedersachsen jetzt bejagt.

Budde fährt fort: „Solche Nahbegegnungen sind keine Einzelfälle. Sie werden aber nur in wenigen Fällen so dokumentiert, wie das hier der Fall war. Insofern danken wir der Spaziergängerin ausdrücklich.“ Immerhin keine Beschimpfung der Betroffenen, wie man das leider oft seitens Wolfsfanatikern in den Sozialen Netzwerken erleben muss. Wie dramatisch sich die Situation derzeit entwickelt und weshalb solche Begegnungen keine „Einzelfälle“ mehr sind, zeigt ein Blick in die Verkehrsopferstatistik unter Wölfen: Verendeten 2015 im Straßenverkehr 26 Wölfe, so steigerte sich deren Zahl in gerade mal fünf Jahren um das Vierfache auf rund 100 im Jahr 2020. Nach einem knappen Drittel des Jahres 2021, schlagen schon mehr als 40 bekannt gewordene Verkehrsunfälle in der Todesstatistik der Wölfe zu Buche. Wenn das so weitergeht, werden am Ende des Jahres rund 150 „Wanderwölfe“ – Jungwölfe auf der Suche nach eigenen Territorien – auf der Strecke geblieben sein.

Den Wölfen „Mores lehren“

Die Widerlegung der Unwahrheiten aus den Kreisen jener, die mit den Wölfen gute Geschäfte machen, die Entwicklung der Population, das „kippen der – künstlich erzeugten – Stimmung“ in der Bevölkerung im Umgang mit diesem schlauen Raubtier zeigen deutlich, wie wichtig ein kluges Wolfsmanagement wäre. Wenn die Bundesregierung, wenn die Länderregierungen nicht wollen, dass es zu einem großen Crash im Umgang mit den Wölfen kommt, sollten sie schleunigst vernünftige Pläne zur Erziehung der Wölfe, zum Schutz der Menschen und zum Schutz der Weidetiere umsetzen. Sie sollten sich dabei nicht von jenen beraten lassen, die wie die NGOs oder auch die in steuergeldfinanzierten Projekten Beschäftigten, ein schmutziges Geschäft auf Kosten der Bevölkerung und der Wölfe gemacht haben. Es wird im Sinne der Wölfe höchste Zeit, diesen wunderbaren Tieren „Mores zu lehren“.

Bildquelle:

  • Wolf_3: pixabay
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