Niemand sollte frieren müssen: Aber wenn schon, dann trifft es mit Berlin genau die richtige Stadt

Die pulsierende Metropole Berlin: Faszinierend, aber katastrophal regiert.
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von CHRISTIAN KOTT

BERLIN – Große Teile Berlins haben am vergangenen Wochenende einen kleinen Vorgeschmack bekommen, wie sich planwirtschaftliche Misswirtschaft in der Energiepolitik auswirkt: Nachdem am frühen Wochenende zunächst 20.000 Haushalte ohne Strom waren, freute man sich am Sonntag zu früh über den vermeintlich behobenen Schaden. Auf einen Schlag saßen ab da dann ein Vielfaches an Haushalten im Dunkeln. Und übrigens natürlich ohne Heizung, was ja im Januar bekanntlich auch nicht so erfreulich ist.

Man konnte sich nicht einmal darauf einigen, ob es nun 90.000 oder sogar 370.000 Haushalte waren. Nachkontrollieren kann das eh niemand, also muss jeder selbst entscheiden, welche der sehr unterschiedlichen Zahlen in den Medien er oder sie glauben will. Vermutlich stimmt keine davon.

Selbst die überregionalen Medien kamen nicht darum herum, darüber zu berichten, haben aber sämtlich kein Wort über die Ursache verloren. Ich habe mir tatsächlich die ersten drei Seiten Aktuelles auf Google vollständig angeschaut – kein Wort darüber. Muss man auch eigentlich nicht, denn jeder, der in den vergangenen Monaten mal etwas anderes eingeschaltet hat als ARD, ZDF und das Medienkartell hat durchaus mitbekommen, dass zahlreiche Experten es für eine ziemlich blöde Idee gehalten haben, zum 31. Dezember bei gleichzeitiger, selbstverschuldeter Gasknappheit fast zwei Dutzend Kraftwerke aufgrund schwachsinniger ideologischer Entscheidung gleichzeitig abzuschalten. Knapp 9.000 Megawatt installierter Leistung gingen einfach mal vom Netz, weil Strom zukünftig nur noch dann gewollt ist, wenn er aus Wind oder Sonne kommt. Nicht nur das europäische Ausland, sogar die ganze Welt lacht sich über die grenzdebilen Deutschen kaputt.

Einzig gut ist, dass es diesmal die Richtigen getroffen hat. Denn kein Ort Deutschlands hat es so sehr verdient, die Auswirkungen organisierten politischen Schwachsinns am eigenen Leibe zu spüren wie Berlin.

Verstehen wir uns nicht falsch: Ich kenne viele nette Berliner, und auch manche, die verzweifelt versuchen, vor Ort gegen den vorherrschenden Wahnsinn wie Don Quichote gegen die Windmühlen anzukämpfen. Die haben es irgendwie nicht verdient, jetzt bei Kerzenschein und 6 Grad Celsius Zimmertemperatur in einem Wollpullover am Wohnzimmertisch zu hocken. Aber die ganz überwiegende Mehrheit der woken Jack-Wolfskin-Jackenträger, die ihren Caffe Latte aus einem Bambusbecher im Starbucks mit veganem Milchersatz trinken und alle Freunde rationaler Sichtweise abwechselnd als „Rechtspopulisten“, „alte, weiße cis-Männer“ oder „Schwurbler“ diffamieren und „lieferando“ für Deutschlands größten Lebensmittelproduzenten halten, die schon. Und denen wünsche ich von Herzen einen langen, harten Winter!

Den bedauernswerten Zustand dieses Landes wird die Nachwelt mal historisch als die sogenannte „Berliner Republik“ einordnen. Treffender kann man es nicht beschreiben.

Während die „Bonner Republik“ nämlich noch für Freiheit, Wohlstand, Demokratie, Rationalität, Pluralismus und soziale Marktwirtschaft stand, zeichnet sich Deutschland (und vor allem eben Berlin) 2022 durch Wokeness, Unvernunft, spätrömische Dekadenz, linksgrüne Arroganz, tiefe gesellschaftliche Spaltung und den Verlust jeglicher konstruktiver Debattenkultur und des sozioökonomischen Grundkonsens aus. Berlin eben.

Nur in Berlin kann man mehr als 20 Jahre organisiertes Scheitern und politischen Dilettantismus vom Wahlvolk mit braver Abgabe der Stimme belohnt bekommen.

Ich war früher gerne in Berlin, nämlich in West-Berlin, als es noch so hieß. Da gab es das beste Döner und die beste Currywurst der Republik, und die echten Berliner waren Menschen mit Ecken und Kanten, durchaus sympathisch.

Alles weg. Berlin ist ein rettungslos verlorenes shithole. Die organisierte Rote Laterne Deutschlands in Infrastruktur, Bildung, Innere Sicherheit und das auch noch zu geisteskrank hohen Mietpreisen. Eine Regierende Bürgermeisterin, die eigentlich wegen ihres erschummelten Doktortitels niemals hätte antreten dürfen „regiert“ (dilettiert trifft es besser) den größten Affenzoo Deutschlands mit einem Wahlergebnis, das selbst der eigene Wahlleiter behördlich angefochten hat, weil man zu unfähig war, um genügend Wahlzettel vorzuhalten. Auf der politischen Tagesordnung stehen „Alltagsrassismus“, „Stehpissoirs für alle 33 Geschlechter“ und „Denkmal für Drogendealer am Görli“ anstatt sich um Wohnungsbauförderung, Infrastruktur und die nahe der Anarchie stehende Sicherheitslage zu kümmern. Und das in einer Stadt, in der es lebensgefährlich ist, eine Kippa zu tragen und in der man locker genug Polizisten dazu bekommt, Demonstranten mit unliebsamen Meinungen zusammenzuschlagen.

Aber wir alle sollten nicht allzu schadenfroh sein, denn Berlin ist nur die Blaupause für das Deutschland der Zukunft. Jedes Land putzt seine Hauptstadt so heraus, wie es von den internationalen Besuchern und Diplomaten, die dort ein- und ausgehen, wahrgenommen werden will. Und deshalb ist die organisierte Kloake Berlin kein Versehen. Die maßgeblichen Entscheider im Berliner Abgeordnetenhaus und im Bundestag stellen sich genau so die woke Bundesrepublik 2025 vor: Zwar kein Strom, Wohlstand ade, veganes Döner im Sojabrötchen, ein Schulabschluss, der nur dazu befähigt, seinen eigenen Namen zu tanzen und rationale Kritiker werden niedergebrüllt und pauschal in die rechte Ecke gestellt, aber dafür ist alles schön bunt, das nötige Geld zur Politikerversorgung und Einrichtung hirnrissiger woke-Projekte wird einfach als gigantischer Schuldenberg vom Senatskonto abgehoben und die vereinigte Hauptstadtpresse beschreibt dieses gigantische Armutszeugnis auch noch als „irgendwie cool“.

Nein, das ist weder cool noch ist es „sexy“, wie es der bekennende Vernunftgegner Klaus Wowereit einst schönzureden versuchte. Das ist einfach nur skurrile Selbstabschaffung, Dekadenz wie aus einem Stanley-Kubrick-Drehbuch. Mich trennen von Berlin gute 500 Kilometer. Aber das ist kein Grund, sich sicher zu fühlen. Der Wahnsinn Berliner Art kommt auch hierher, wenn sich die schweigende Mehrheit der Vernünftigen nicht endlich dagegen wehrt.

Bildquelle:

  • Berlin_2: pixabay
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