„Okay Schönen Abend!“ In der Krise brauchen wir Politiker wie Schmidt (und nicht wie Dreyer)

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Liebe Leserinnen und Leser,

was dürfen, was müssen wir von unseren Politikern erwarten? Also, richtigen Politikern, die Verantwortung übernommen haben. Die von uns gewählt worden sind, um uns und unser Land sicher durch alle Stürme zu leiten.

In Rheinland-Pfalz steht gerade Ministerpräsidentin Malu Dreyer heftig in der Kritik. Als sich in der verheerenden Flutnacht im vergangenen Jahr die Katastrophe schon entwickelte, als Häuser überflutet wurden und bereits die ersten Toten zu beklagen waren, schrieb die SPD-Politikerin eine SMS an ihren Parteifreund, den (inzwischen zurückgetretenen) Innenminister Roger Lewentz:
„Okay Schönen Abend!“ Da war es 21.45 Uhr, und Dreyer war dann bis zum nächsten Morgen um 5.33 Uhr nicht mehr zu erreichen. Als Ministerpräsidentin inmitten einer Katastrophe.

Das ist nicht akzeptabel.

Auch nicht, wenn es immer wieder solche Fälle gegeben hat und gibt. Denken Sie an die frühere nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und die Kölner Silvesternacht, als Horden junger muslimischer Männer – „Flüchtlinge“ – auf der Kölner Domplatte Frauen bedrohten und sexuell belästigten. Da war die Regierungschefin bis zum 4. Januar nicht zu erreichen! Nicht zu erreichen! Vier Tage lang…

Oder an die CDU-Regierungsmitglieder aus dem Kabinett Laschet, die beim gleichen Hochwasser zu einer Geburtstagsparty auf Malle flogen.

In der Seefahrt sagt man, Frauen und Kinder zuerst, wenn ein Schiff zu kentern droht. Der Kapitän oder – in der Politik – die Kapitänin sind die letzten Offiziere an den deck, die das Steuer fest in den Händen halten.

Helmut Schmidt als Hamburger Innensenator ist für mich das leuchtende Beispiel, der im Februar 1962 die Kommandobrücke übernahm, bei der großen Sturmflut, die die Metropole bedrohte. Er ging nicht nach Hause, setzte sich vor den Fernseher und ließ sich von seiner Loki ein warmes Essen zubereiten. Sondern er übernahm Verantwortung. Hamburg zuerst! Solche Politiker brauchen wir und keine Schwätzer und eitlen Selbstdarsteller.

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Klaus Kelle

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.