Vertragt Euch endlich, Ihr Deutschen! Ja, dürfen wir das denn jetzt wieder sein?

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Liebe Leserinnen und Leser,

eine Umfrage der Konrad-Adenauer-Stiftung hat zutage gebracht: Unser Land, diese Gesellschaft, wir Deutschen sind zerstritten wie noch nie. Und das nicht nur in den Sozialen Netzwerken, sondern im ganz realen Leben. Wir können nicht mehr damit umgehen, wenn jemand eine andere Meinung hat oder sogar offen vertritt. Es gibt nur noch Schwarz und Weiß, Freund oder Feind.

In der BILD schreibt eine Kollegin namens Judith Basad einen Kommentar zu genau diesem Thema und resümiert:

„Wir müssen wieder lernen, uns von Angesicht zu Angesicht um das bessere Argument zu streiten. Nur so funktioniert eine gesunde Demokratie – nur so lassen sich die Gräben in unserer Gesellschaft überwinden.“

Und Judith hat natürlich im Grunde recht, aber mit einem bisschen Lebensalter und Berufserfahrung mehr kommt man unweigerlich zu dem Schluss, dass es so nicht funktionieren kann. Schon gar nicht in diesem Land, in Corona-Zeiten, in dieser aufgeheizten Stimmung.

Jetzt gebt Euch die Hand und vertrage Euch wieder…die Querdenker und die Antifa, die Grünen und die AfD? Vergesst es! Um das bessere Argument streiten? Das klappt doch nicht einmal mehr im Deutschen Bundestag. Und in die sogenannten Talkshows, den Palaverrunden der Nation unserer Staatssendeanstalten? Da werden Leute, die eine andere Meinung vertreten als die gewünschte, gar nicht mehr eingeladen. Wirte werden bedroht, wenn sie an unliebsame Organisationen und Parteien wie die AfD Räume vermieten. Und da appelliert man gleichzeitig an unsere Bereitschaft zum Dialog?

Ich sag‘ Ihnen was: Über viele Jahre hat man uns Deutschen gesagt: Die Zeit der Nationalstaaten ist vorüber, wir sind jetzt alle Europa, der Globalismus und die ISS in der Umlaufbahn. Aber Deutschland? Da ist schon das Schwenken einer schwarz-rot-goldenen Fahne im Fußballstadion total Nazi – in den Augen des politisch-medialen Komplexes.

Politisch-medialer-Komplex, habe ich das wirklich geschrieben? Ja, und ich stehe dazu. Deutschland läuft total aus dem Ruder, und man appelliert an uns, doch wieder lieb miteinander zu sein. Aber wer ist dieser „uns“? Deutschland als das Band, das uns alle verbindet, das hat man uns ja verboten.

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Klaus Kelle

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.