Vom kleinen Mann mit den großen Raketen

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Liebe Leserinnen und Leser,

wer kennt das nicht? Es ist Wochenende, viele Familien nutzen die Zeit, um gemeinsam etwas zu unternehmen, ein bisschen spzieren zu gehen. So jüngst auch Nordkoreas Machthaben Kim Jong Un.

Fotos der staatlichen Propaganda-Agentur zeigten den leicht übergewichtigen Diktator Hand in Hand mit seiner Tochter, wie sie an einer mobilen Abschlussrampe vorbeischlenderten, auf der eine 26 Meter lange Atomrakete montiert war. Andere Länder, andere Sitten. Ich bin früher mit unserer Familie am Tigerkäfig im Duisburger Zoo vorbeigeschlendert.

Fragen Sie sich jetzt vielleicht, warum Kim das macht? Vergessen Sie’s!

Solche Menschen sind nicht mit unseren Denkkategorien zu erfassen. Sie haben nicht unser westliches Koordinatensystem, denken nicht über Menschenrechte und bunte Vielfalt nach. Sie wollen mächtiger und mächtiger werden, sie wollen ernstgenommen werden in der Völkergemeinschaft und – so glaube ich – sind dafür auch bereit, irrational zu handeln. Und das macht den Staat, dessen Bevölkerung zum erheblichen Teil in bitterer Armut lebt, so gefährlich. Auch für uns.

Nordkorea hat in den vergangenen drei Jahren technologisch beim Aufbau einer atomaren Streitmacht erheblich aufgeholt. Wurde Kim am Anfang noch müde belächelt, als er Atomtests veranstaltete, bezweifelten Sicherheitsexperten damals, dass er überhaupt in der Lage sei, tatsächlich Atomwaffen zu bauen und Interkontinentalraketen abzuschießen, die Ziele auch zuverlässig treffen können, so lächelt heute keiner mehr.

Insbesondere die Hwasong-17-Interkontinentalrakete macht den Sicherheitsexperten Sorgen. Sie kann Atomsprengköpfe über 15.000 Kilometer zu einem Ziel transportieren. Sie wurde inzwischen mehrfach erfolgreich getestet und kann Europa und die ganze USA erreichen.

Wir können hier lange darüber nachdenken, wie ernst die Bedrohung tatsächlich ist, und wer Kim alle notwendigen Komponenten für den Bau nuklearer Waffen geliefert hat. Aber ohne Zweifel muss man den Mann inzwischen ernstnehmen. Und zum wiederholten Male sieht die Weltgemeinschaft, wie zahnlos die Vereinten Nationen wirklich sind. Der UN-Sicherheitsrat hat Nordkorea wiederholt verurteilt, sanktioniert und mit tiefgreifenden Maßnahmen gedroht. Und was passiert? Lesen Sie oben!

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Klaus Kelle

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.