Was tun, wenn im Winter Heizung und warmes Wasser ausfallen?

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Liebe Leserinnen und Leser,

während wir hier gemeinsam in den neuen Tag hinübergleiten, frieren Hunderttausende Berliner in ihren Wohnungen. Die Stromversorger sprechen von 370.000, die sich bei drei Grad Celsius ohne Heizung und ohne warmes Wasser durchschlagen müssen. Die Behörden haben immerhin gute Ratschläge für die Betroffenen. So rieten Bezirksämter und die Feuerwehr, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Klasse Tipp, oder? Wenn es eisig kalt in der Wohnung ist, da macht man doch gern mal die Fenster auf, oder?

Interessant auch, dass den Bürgern empfohlen wird, kein offenes Feuer zu entzünden oder Grills in den Wohnungen zum Heizen nutzen. Und Backöfen natürlich auch nicht. Die Menschen sollen sich mit Kleidung und Decken warm halten und auch ihren älteren Nachbarn helfen.

Bin gespannt, ob das alles funktioniert in unserer vielfältigen Multikulti-Hauptstadt. Zwischen zwei und drei Uhr soll die Fernwärme wieder spürbar werden in den Häusern und Wohnungen, bei Hochhäusern könnte es länger dauern, heißt es.

Es gäbe noch viel zu erzählen darüber, wie ein kurzer Stromausfall beim landeseigenen Stromnetzbetreiber „Stromnetz Berlin“ am Nachmittag das Heizkraftwerk Klingenberg im Ortsteil Rummelsburg lahmgelegt hatte und wohl die ganzen Probleme auslöste. Oder über die Bahnhöfe Ostbahnhof, Warschauer Straße, Ostkreuz und Lichtenberg, die vorübergehend ohne Licht waren. Oder über vier Krankenhäuser, die nahezu lahmgelegt sein wurden durch den Stromausfall.

Ich hoffe und wünsche den betroffenen Berlinern wirklich, dass es bald wieder warm wird in ihren Wohnungen und Häusern. Drei Grad minus über Stunden ist kein Vergnügen. Aber es führt uns allen exemplarisch vor, wie anfällig unsere Gesellschaft durch Probleme in der Infrastruktur sind, durch Pannen und leider auch durch Angriffe.

Mit Decken und heißem Tee werden die meisten Betroffenen irgendwie über die Nacht kommen. Was aber, wenn jemand bewusst und mit Absicht einen erfolgreichen Angriff auf die Infrastruktur in Deutschland ausführt? Drei Tage kein Strom, drei Tage kein Trinkwasser, und wir sind erledigt. Komplett. Keine Wirtschaft mehr, keine Sicherheit, keine Versorgung, keine Flugsicherheit, kein Bankensystem, Lebensmittel vielleicht noch ein paar Tage länger.

Wenn es wieder einmal einen Krieg geben sollte, was wir alle nicht hoffen, einen Angriff auf unser Land, dann wird der nicht oder nur marginal mit regulären Einheiten und Panzern geführt. Er wird durch Hacker und hochspezialisierte kleine Einheiten geführt…und entschieden.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr Klaus Kelle

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.