TEHERAN – Die Luft in der iranischen Hauptstadt ist dieser Tage nicht nur vom üblich dichten Smog geschwängert, sondern von einer hochexplosiven Gemengelage aus Angst und verzweifelter Entschlossenheit.
Während die Staatsmedien noch immer die „Unbeugsamkeit der Islamischen Revolution“ beschwören, zeigen die Straßenzüge von Teheran, Täbris und Isfahan ein anderes Bild. Das Land steht an einem historischen Wendepunkt. Die Frage ist nicht mehr, ob das System unter Druck steht, sondern wie lange die Islamische Republik der doppelten Herausforderung aus innerer Rebellion und externem Maximaldruck noch standhalten können.
Warum das Mullah-System scheitern wird
Das Kernproblem des Iran ist heute nicht mehr nur die Wirtschaft, sondern ein fundamentaler Bruch zwischen den Herrschern und den Beherrschten.
Das radikalislamische System der Wilayat al-Faqih (Hüterschaft des Rechtsgelehrten) hat seine gesellschaftliche Akzeptanz zumindest in den Städten erkennbar verloren.
Die Mehrheit der jungen, gebildeten Iraner empfindet das strenge religiöse Korsett als anachronistisches Gefängnis. Die Sittenpolizei, die nach den Protesten von 2022 zeitweise zurückgedrängt schien, wurde im Verlauf des Jahres 2025 mit neuer Brutalität reaktiviert, um die schwindende Autorität des Klerus zu zementieren. In Teheran ist das Ablegen des Hidschab heute längst Symbol eines breiteren politischen Widerstands, der zunehmend das gesamte System delegitimiert.
Hinzu kommt, dass die nationale Währung – 1,4 Millionen Rial für einen US-Dollar – faktisch wertlos ist. Der Mittelstand ist weggebrochen, die Armut in den Vorstädten ist unübersehbar. Wenn Menschen nichts mehr zu essen haben, verlieren sie irgendwann die Angst vor den Kugeln der Revolutionsgarden (IRGC).
Und sei das für die Mullahs alles nicht schon schlimm genug…
In diese explosive Lage platzt eine zweite Amtszeit von Donald Trump als amerikanischer Präsident. Das hatte Teheran anscheinend gar nicht richtig auf dem Radar.
Nachdem dann US-Luftstreitkräfte im Sommer vergangenen Jahres als Reaktion auf die iranische Urananreicherung zentrale Nuklearanlagen (Operation „Midnight Hammer“) ausschalteten, hat das Weiße Haus die Samthandschuhe endgültig ausgezogen. Trumps jüngsten Warnungen in den sozialen Medien, die USA seien „locked and loaded“, falls das Regime ein Massaker an Demonstranten verübe, ist die Stoßrichtung Washingtons klar.
Was bleibt den Mullahs in dieser Situation noch übrig, in der ihr Regime selbst nicht mehr an seine Unverwundbarkeit glaubt? Viele Medien berichten seit Tagen über konkrete Fluchtpläne von Ajatollah Ali Chamenei und seinem engsten Zirkel.
Und an wen wenden sich Staatsverbrecher aus aller Welt besonders gerne und häufig? Na, klar – an den großen Staatsverbrecher in Moskau.
Seit er Präsident ist, hat Wladimir Putin das Who-is-Who der Kriminellen aus höchsten Staatsämter bei sich aufgenommen. Baschar al-Assad (Syrien) lebt unter Putins Schutz, Viktor Janukowytsch (Ukraine) ist natürlich da und Askar Akajew (Kirgisistan) auch, der sich während der „Tulpenrevolution“ 2005 gerade noch nach Russland absetzen konnte. Kurmanbek Bakijew (Kirgisistan) gehört auch zu Wladimirs Rentner-Bande, Nakijews Nachfolger flüchtete bald darauf auch zunächst nach Moskau, aber weil es nicht mal ihm da gefiel, setzte er sich nach Belarus ab, das Spezi und nächster Renten-Anwärter Lukaschenko mit harter Hand regiert. Interessant: auch der amerikanische Landesverräter Edward Snowden und der weltweit gesuchte Wirecard-Betrüger Jan Marsalek sind in Moskau gern gesehen. Wäre mal interessant zu erfahren, ob sie sich alle hin und wieder zum Stammtisch treffen…
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