Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
wenn Sie regelmäßig hier bei uns lesen, dann wissen Sie, dass Sie bei Deutschlands Fachorgan Nummer 1 für gesunden Menschenverstand und freies Denken sind. Und tatsächlich muss ich Ihnen sagen, dass es mich immer wieder fasziniert, wenn ich aus dem Nichts plötzlich auf ein Thema stoße, dass mich zum grundsätzlichen Nachdenken anregt.
Heute Morgen hatte ich das gleich zwei Mal
Das erste Mal war gegen 7 Uhr, als ich mir – offenbar erste Anzeichen seniler Bettflucht – unseren Hund schnappte, eine bezaubernde Border Collie-Dame aus Rumänien – und beschloss, bei 5 Grad minus eine Runde durch den verschlafenen Ort zu spazieren. Dicker Pulli, zwei Schals, „Yo Man!“-Wollmütze auf dem Kopf, ich glaube, Sie wollten das nicht sehen. Aber frische Morgenluft, noch dazu im Winter, regt definitiv das eigene Denken an.
Während ich da also so allein in der Kälte mit meiner vierbeinigen Freundin durch leere Straßen und den Park ging, und den hellen Mond am dunklen Himmel betrachtete, fühlte ich mich plötzlich – Sie werden lachen – an meine Wehrdienst-Zeit erinnert. Panzerbrigade 21 in Augustdorf, als 19-Jähriger, in schneidender Kälte, mit einem Kameraden, G3 in den Händen, Wachdienst auf der „Mun“. So nannten wir das Munitionsdepot. Ich wüsste gern, ob es das heute noch gibt, denn angeblich haben wir ja keine Munition mehr bei der Bundeswehr, weil alle Patronen an Präsident Selenskyj in der Ukraine verschenkt wurden, der die dann aber auf eigene Rechnung an die Taliban weiterverkauft hat für harte US-Dollar und sich damit ein Spielcasino auf Zypern gekauft hat. Oder so ähnlich, Sie kennen diesen Schwachsinn, den uns Russen-Trolle Tag für Tag erzählen…
In den Musikcharts war damals, während meiner Wehrdienstzeit, die britische New Wave-Combo „The Police“ die Nummer Eins mit ihrem internationalen Hit „Walking on the Moon“, für uns junge Soldaten – na klar – „Walking on the MUN“.
Ich weiß heute noch, das will ich Ihnen erzählen, wie der Bienenstich dort in der Kantine schmeckte damals, wann die „NATO-Pause“ begann und wie sich das anfühlte, nachts in der Winterluft zwei Stunden da herumzulaufen und zu schauen, ob die Zäune Löcher hatten oder ob irgendwo der Feind herumschleicht. Der übrigens weniger aus dem Osten erwartet wurde, sondern mehr aus dem Inneren, begannen doch in der Zeit Linksterroristen von der RAF mit Brand- und Sprengstoffanschlägen gegen Bundeswehr-Kasernen und NATO-Einrichtungen. Manches wiederholt sich einfach.
„Flashback“ nennt man das in der Psychologie, und es meint das intensive Wiedererleben eines lange vergangenen Momentes durch einen „Trigger“ – das kann ein Ort sein, Gerüche oder Geräusche – oder eben auch ein Morgenspaziergang mit dem Hund..
Und jetzt mal die Gesundheit…
Das Thema sprang mich eben an, als ich den PC hochfuhr, mir nebenbei einen Kaffee aufbrühte und begann, die morgendliche Nachrichtenlage zu checken.
Der Norddeutsche Rot…ähh Rundfunk (NDR) hat in einer Dokumentation mit dem Titel „Was dürfen wir überhaupt noch essen?” verständlich und überzeugend dargelegt, warum es vollkommen egal ist, was wir essen. Also, nicht ganz natürlich, aber – so die kühne These der Kollegen vom Mainstream: Es gibt bis heute keinerlei Beweise dafür, was „gesunde Ernährung“ überhaupt ist. Ernährungsstudien widersprächen sich oft, und trügen nur zur Verunsicherung der Menschen bei, was auf jeden Fall stimmt.
Glauben Sie nicht?
Eier, zum Beispiel, gelten tatsächlich mal als „Cholesterinbombe“, mal aber als perfektes Nahrungsmittel. Auch die Empfehlungen zu Fett und Kohlenhydraten wandeln sich ständig.
Ernährungsforschung – so der NDR – sei so ähnlich, wie das „Lesen einer Glaskugel“, weil zahlreiche Limitierungen im Studiendesign keine Rückschlüsse auf Ursache-Wirkungs-Beziehungen erlaubten.
Und weil, wie Sie wissen, ich lange Jahre bei BILD gearbeitet habe, liebe ich es, wenn komplizierte Sachverhalte allgemeinverständlich präsentiert werden.
Wissenschaftler, so die Kollegen vom Staatsfunk, können immer „nur Korrelationen beobachten“, sie betrachteten „banale statische Zusammenhänge“, wüssten aber gleichzeitig nicht, wie und ob diese auch ursächlich in Beziehung stehen. Dazu ein Beispiel:
„Menschen, die öfter Strümpfe tragen, leben durchschnittlich ein Jahr länger als Menschen, die vorwiegend Socken anziehen.“
Ein statistischer Zusammenhang, der sich aus einer solchen Beobachtung ergeben könnte.
Ob es aber tatsächlich eine Korrelation zwischen Fußbekleidung und Lebenserwartung gibt, ist keineswegs sicher. „Strümpfe verlängern das Leben!“ – so einfach ist das nicht. Die Systematik erinnert mich an eine repräsentative Umfrage vor vielen Jahren, die in der Schlagzeile gipfelte: „CDU-Wähler haben den besten Sex“. Ich will dem nicht wiedersprechen, nehme das damalige Ergebnis der Forscher natürlich ernst.
Denn die Demoskopen fanden damals auch heraus, dass Sex bei den Grünen am schlechtesten – sprich: unbefriedigendsten – sei. Das halte ich für möglich.
Ich wünsche Ihnen allen einen wunderbaren Wintersonntag und einen schönen Spaziergang am Nachmittag mit Ihren Lieben! Und für bürgerliche Feinschmecker: Frühstück, Gottesdienst und dann im Wirtshaus ein Kleinigkeit essen vorher. Das machen wir heute nämlich. Es sind aufregende Zeiten, aber das heißt nicht, dass wir auch aufgeregt sein müssen.
Herzliche Grüße
Ihr Klaus Kelle