Die Bischöfe treffen sich und verabschieden Herrn Bätzing – gut so!

Vollversammlung der deutschen Bischöfe der Katholischen Kirche.

von KLAUS KELLE

WÜRZBURG – Die Deutsche Bischofskonferenz tritt heute in Würzburg zusammen, und das katholische Deutschland darf sich über eine gute Nachricht freuen. Nach sechs Jahren im Amt wird der Vorsitzende der DBK, Herr Bätzing, nicht für eine weitere Amtszeit zur Verfügung stehen.

Er habe „reiflich überlegt“ – und das finde ich gut. Denn Herr Bätzing ist für die katholische Kirche in Deutschland so etwas, wie Frau Merkel für die CDU gewesen und ein bisschen heute noch ist: ein ständiger Unruhestifter und Spaltpilz.

Zugegeben, ein bisschen Unruhe tut jeder Großorganisation gut. Zeiten ändern sich, Überzeugungen der Menschen auch. Aber man muss wissen, auf welchem Fundament man steht; man braucht Räume der Selbstvergewisserung. Man muss wissen, wo man hingehört.

Um im Bild zu bleiben: Wenn man die wirtschaftsfreundliche, bürgerlich-konservative und christdemokratische Partei ist, dann darf man sich nicht auf sozialistische Experimente und die Homo-Ehe einlassen, weil das die eigenen Leute verstört.

Und wenn man die römisch-katholische Kirche ist, dann kann man nicht Priester werden, aber gleichzeitig heiraten und Kinder zeugen. Und man kann auch in seinen Krankenhäusern keine vorgeburtlichen Kindstötungen vornehmen. Man muss erkennbar bleiben – in diesem Fall für das Volk Gottes, das auf seine Hirten vertraut.

Die Amtszeit von Herr Bätzing, Bischof von Limburg, ist geprägt von Disruption und Dauerstreit mit dem Vatikan.

Die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare durch seine Kirche will er, und Frauen als Priesterinnen am Altar. Aber Jesus Christus wollte das anscheinend nicht. Papst Franziskus wollte das anscheinend auch nicht und, wenig überraschend, der neue Papst Leo XIV. will das ebenfalls nicht.

Denn der Papst, die Kardinäle und Bischöfe, die Priester, Diakone und Laien haben das Ziel, das Wort Gottes zu verbreiten und danach – so gut es geht – selbst zu leben. Sie haben nicht die Aufgabe, Erklärungen zur Wählbarkeit der AfD abzugeben. Genau das haben die Bischöfe aber im Februar 2024 einstimmig getan und die AfD als für Christen unwählbar bezeichnet.

Unter Bätzing hat die katholische Kirche in Deutschland – immerhin 20 Millionen Getaufte – eine beispiellose Entkernung, ich finde: Banalisierung des Glaubens erleben müssen. Und die Bischöfe klatschen dazu – wie auf einem CDU-Parteitag die braven Delegierten.

Die katholische Kirche in Deutschland muss zu ihren Wurzeln zurück. Deutlich. Und wenn Herr Bätzing und die Seinen das nicht mitmachen wollen, liebe Brüder: Dann wechselt zu irgendeiner EKD-Landeskirche und gut ist. Da könnt Ihr den Glauben so leben, wie Ihr ihn versteht: heiraten – Männer, Frauen und was auch immer –, Sterbehilfe und Abtreibung veranstalten und euch im rot-grün-woken Vorfeld tummeln. Das ist alles erlaubt in einer freien Gesellschaft. Aber lasst uns in Ruhe, die einfach nur der 2000-jährigen Tradition der katholischen Weltkirche folgen wollen!

Bildquelle:

  • Bischöfe_DBK-Vollversammlung: imago/jörn neumann

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.