BERLIN – „Der russische Vernichtungskrieg in der Ukraine dauert an“, eröffnete Annegret Kramp-Karrenbauer vorhin schnörkellos das 4. „Café Kyiv“ ihrer Lonrad-Adenauer-Stiftung im Berliner „Colosseum“ an der bekannten Schönhauser Allee im Prenzlauer Berg. Und zum vierten Mal treffen sich hier Tausende Bürger und Vertreter von 170 Organisationen, um ihre weitere Unterstützung für das geschundene Land zu versichern. „Was wir in den vergangenen Wochen gesehen haben“, war die ungehemmte Brutalität, mit der Putin nicht gegen militärische Ziele, sondern einzig und allein gegen die Zivilbevölkerung gerichtet hat“, beschrieb Kramp-Karrenbauer die aktuelle Situation und weiter: „Dieser Krieg hat nicht erst vor vier Jahren, sondern weit, weit vorher begonnen!“
„Café Kyiv“, das ist nicht nur eine alljährlich stattfindende Solidaritätsveranstaltung, es ist viel mehr.
Die Veranstaltung ist zu einem Treffpunkt geworden, wo sich Hilfsorganisationen, Menschenrechtler, aber auch Menschen aus der Wirtschaft zusammentun, die nach Kriegsende den Wiederaufbau des von Russland angegriffenen Landes in die Hände nehmen wollen. Inzwischen hat sich das Treffen aber auch zu einem Freiraum für substanzielle Debatten über Freiheit, Sicherheit und Wiederaufbau der Ukraine im direkten Dialog mit Ukrainern weiterentwickelt – Zivilgesellschaft, wie man sie sich vorstellt.
Denn der Krieg gegen die Ukraine ist kein fernes Geschehen, sondern ein unmittelbarer Angriff auf Europas Sicherheit und die globale Ordnung. Die Konrad-Adenauer-Stiftung bekennt sich mit dieser Veranstaltungsreihe klar zu Frieden und Freiheit in Europa. Eine gewaltsame Verschiebung von Grenzen und die Erosion der europäischen Sicherheitsarchitektur sind eine Zäsur der jüngeren europäischen Geschichte.
Das Café Kyiv ist ein einzigartiger Ort, an dem Politik und Kultur zusammenkommen. Zwischen pointierten Diskussionen und praxisnahen Workshops, zwischen Ausstellungen, Filmvorführungen und ukrainischer Lebensart. Augenzeugen berichten von ihren Erlebnissen im Krieg, über Repression und den Erhalt der eigenen Würde in den besetzten Gebieten im Osten. Russische Desinformationskampagnen in osteuropäischen Ländern werden beschrieben und – besonders interessant – die Bedrohungslage im Schwarzen Meer mit der in der Ostsee verglichen. Am Vormittag kam auch Bundeskanzler Friedrich Merz, um die weitere Unterstützung seiner Regierung auch in Zukunft zuzusagen. Es ist im Interesse von Deutschland und Europa, dass Wladimir Putin diesen Krieg nicht gewinnt.
Morgen Nachmittag findet am vierten Jahrestag des russischen Angriffs gegen die Ukraine in Berlin wie in vielen weiteren Städten Europas dann wieder eine große Demonstration zum Brandenburger Tor statt. Beginn: 18 Uhr am Lustgarten.
Bildquelle:
- Café_Kyiv_23.02.2026: thegermanz/klaus kelle
