Am Anfang falsch gemacht, nie mehr zu reparieren

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Liebe Leserinnen und Leser,

der Vatertag klingt noch nach bei mir. Wie wirkt sich elterliche Erziehung auf die Entwicklung von Kindern aus, das war Gegenstand eines sehr intensiven Gesprächs, das ich gestern mit einem sehr guten Freund hatte. Welche Art von Vätern und Müttern gibt es? Wir gehen sie richtig damit um, wenn ihre Kinder mit Fragen und Problemen zu ihnen kommen? Was bewirkt es in den kleinen Köpfen, wenn Eltern Fragen gar nicht beantworten können, oder gar keine Antworten geben wollen? Wenn sie sich abgewiesen fühlen?

Die Forschung ist sich ausnahmsweise einig: Lieblose Eltern, die ihre Kinder als lästiges Anhängsel behandeln, sie unwirsch abbügeln, wenn sie mit Fragen zu ihnen kommen, richten Schaden für das ganze weitere Leben der Kleinen an. Schäden, von denen sie sich nie mehr ganz erholen auch nach vielen Jahren.

Wie viele Erwachsene heutzutage sind verkorkst, sind beziehungsunfähig, ja, unfähig, wenigstens die eigenen Kinder zu lieben oder den eigenen Partner, weil Eltern vor 20 Jahren etwas furchtbar falsch gemacht haben?

Sie kennen meinen Leitsatz, den ich immer mal zitiere. Weil er wahr ist. Alles hängt mit allen zusammen, heißt der, und Zeit meines Lebens mache ich diese Erfahrung immer wieder.

So wie ich Ihnen gestern von Kindern vorgeschwärmt habe als das Größte im Leben überhaupt, so sehen Psychologen und Ehe-Therapeuten heute immer häufiger, welche Folgen es für unsere Gesellschaft insgesamt hat, wenn Kinder zur Nebensache werden, die man einfach abschieben kann, in die Hände von Fräulein Sabine aus der Kita und dann den Grundschullehrerinnen übergeben. Die werden das schon gut machen, sie sind ja dafür ausgebildet. Nichts gegen Grundschullehrerinnen, überhaupt nicht. Die sind ganz wunderbar.

Aber ich sage Ihnen was: keine noch so gut ausgebildete und engagierte Lehrerin oder Erzieherin – was für eine Berufsbezeichnung ist das überhaupt? – kann den Kindern das Rüstzeug fürs Leben so geben, wie die eigenen Eltern es tun können. Wenn sie es wollen. Wenn sie nicht Karriere oder Selbstverwirklichung nach vorne stellen vor das Wohl der eigenen Brut.

Ich meine, wer zeugt Kinder und bringt sie zur Welt, und hat dann keine Lust, sich anschließend um sie zu kümmern? Ich kenne Leute mit einem verkorksten Leben, weil irgendwas mit der Mutter oder dem Vater in den Kinderjahren falsch gelaufen ist. Unfähig zur Empathie, unfähig zu vertrauen, unfähig zu lieben.

Passen Sie gut auf Ihre Familie auf!

Ihr Klaus Kelle

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.