Bucs verlieren klar gegen Cowboys. War’s das jetzt für Tom Brady?

Quarterback Tom Brady und die Tampa Bay Buccaneers sind in den NFL-Playoffs an den Dallas Cowboys gescheitert. Foto: Chris O'meara/AP/dpa
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von MAXIMILIAN HAUPT

TAMPA – Als Tom Brady nach der heftigen Playoff-Pleite zum womöglich letzten Mal als Quarterback der Tampa Bay Buccaneers vom Feld des Raymond-James-Stadions joggte, nahm er seine Kappe ab und winkte den Fans kurz zu.

Seine Saison mit dem Team aus Florida war nach dem 14:31 gegen die Dallas Cowboys sicher beendet, seine Zeit bei den Buccaneers wahrscheinlich und womöglich sogar die als aktiver Football-Profi in der NFL. Ein (erneutes) Karriereende des 45-Jährigen ist nicht ausgeschlossen, auch über einen Wechsel zu einem anderen NFL-Team spekulieren US-Medien seit einiger Zeit.

«Ich gehe nach Hause und versuche, heute Nacht so gut wie möglich zu schlafen», sagte Brady bei der Pressekonferenz auf eine Frage zum weiteren Ablauf und den nun noch größer werdenden Spekulationen über seine Zukunft. «Viel Konzentration lag auf diesem Spiel. Es geht um einen Tag nach dem anderen, wirklich.» Es fühle sich einfach an wie das Ende der Saison.

Letztes Spiel von Tom Brady?

Als er sich nach etwas mehr als vier Minuten Fragen und Antworten im schwarzen Sweatshirt und mit einer anderen Kappe auf dem Kopf mit einem Dank an die Journalisten und Journalistinnen richtete, wirkte es, als vermeide er bewusst jeglichen Hinweis zu seiner Zukunft – trotz eines «Ich liebe diese Organisation» in Richtung seines zumindest noch aktuellen Arbeitgebers. «Ich danke euch für den entgegengebrachten Respekt und hoffe, ich konnte das Gleiche zurückgeben. Vielen Dank», waren seine letzten Worte. 

Argumente für eine vierte Saison bei den Buccaneers lieferte das Aus in den Playoffs jedenfalls nicht. Zur Halbzeit lag das Team 0:18 hinten, offensiv ging bei den Gastgebern überhaupt nichts zusammen. «Das war typisch dafür, wie wir das ganze Jahr gespielt haben. Nicht sehr effektiv im Passspiel, nicht gut im Laufspiel. Es ist schwer, ein gutes Team zu sein, wenn du so spielst», kritisierte Brady.

Buccaneers zu harmlos gegen Cowboys

Schon die Hauptrunde war eine Enttäuschung, im 23. NFL-Jahr seiner Karriere erlebte er mit nur 8 Siegen in 17 Spielen erstmals mehr Niederlagen als Erfolge in der Hauptrunde. Während Dak Prescott auf der Gegenseite mit vier Touchdown-Pässen und einem erlaufenen Touchdown glänzte und feierte, wurde Bradys Gesichtsausdruck immer unzufriedener und ratloser. Gegen die Cowboys entwickelten die Bucs lange Zeit überhaupt keine Gefahr und waren auch nach dem ersten Touchdown zum Ende des dritten Viertels weitestgehend chancenlos. «So wollten wir es nicht beenden. Harter Abend», sagte Brady. 

Statt am kommenden Wochenende in der Divisional-Runde zum Duell mit dem Lieblingsteam aus seiner Kindheit anzutreten, den San Francisco 49ers, beginnt für Brady nun wirklich die Zeit der Entscheidungsfindung über seine Zukunft. US-Medien berichteten zuletzt vom Interesse von mindestens drei Teams an den Diensten des erfolgreichsten Spielers in der Geschichte der Liga, darunter auch die Las Vegas Raiders mit dem Stuttgarter Jakob Johnson. Beide waren schon bei den New England Patriots Teamkollegen, Raiders-Trainer Josh McDaniels war damals einer der wichtigsten Ansprechpartner für Brady.

Bradys Rücktritt vom Rücktritt

Vor einem Jahr hatte Brady seine Karriere bereits beendet. Nach dem knappen Aus gegen den späteren Champion Los Angeles Rams in der Divisional-Runde gab er seine Entscheidung in einer langen Stellungnahme in den sozialen Medien bekannt – änderte nur 40 Tage später aber seine Meinung und verkündete den Rücktritt vom Rücktritt und einen weiteren Anlauf mit den Bucs auf seinen achten Super-Bowl-Triumph.

So weit davon entfernt wie in dieser Saison war er in seiner ganzen Zeit in Florida aber noch nie. «Manchmal hast du Glück, aber meistens gewinnt das Team, das es verdient hat und sie haben heute gut gespielt», sagte er in Richtung der Cowboys. Er selbst und die Bucs taten das an diesem Abend und in dieser Saison dagegen nicht.

Bildquelle:

  • Tom Brady: dpa
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