Das ist kein „Taxi-Service“: Unsere besten KSK-Soldaten in heikler Mission in Kabul

HANDOUT - Ein Bundeswehr-Hubschrauber vom Typ H-145M wird in ein Transportflugzeug A400M verladen. Die von der Bundeswehr nach Kabul verlegten Hubschrauber sollen für die Rettung einzelner Deutscher oder auch Ortskräfte eingesetzt werden. Foto: -/Bundeswehr/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits
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BERLIN/KABUL – Die Bundeswehr steht in Afghanistan vor einer weiteren gefährlichen Mission. In der Hauptstadt Kabul sollen von diesem Samstag an zwei Hubschrauber einsatzbereit sein, die Deutsche und Ortskräfte rausbringen sollen, die nicht zum Flughafen durchkommen. Zwei Hubschrauber und 13 KSK-Soldaten, die Besten, die unsere Armee für gefährliche Einsätze hat.

Bei den Hubschraubern handelt es sich um Maschinen des Typs H-145M. Sie sind den Spezialkräften zugeordnet und wurden von den USA angefordert. Die US-Truppen flögen hauptsächlich mit großvolumigen Hubschraubern und benötigten im städtischen Umfeld kleinere Maschinen, die auf Dächern oder in Straßenschluchten langen können, sagte Generalinspekteur Eberhard Zorn am Freitag in Berlin. «Die haben wir.»

Lage ist extrem gefährlich

Im Einsatz sollen die Bundeswehrmaschinen immer von Hubschraubern der USA begleitet werden. Im Hintergrund gebe es zudem von US-Seite eine «luftbewegliche Eingreifreserve». «Das ist eine wirkliche Luftoperation. Das ist kein „Taxi-Service“», sagte Zorn. Zuerst hatte der «Spiegel» über den geplanten Einsatz berichtet. Die Helikopter des Kommandos Spezialkräfte (KSK) seien eigentlich auf die Befreiung von Geiseln ausgerichtet und sehr beweglich. Sie könnten selbst in eng bebauten Städten landen. Bisher ist die Bundeswehr nur innerhalb des Flughafens Kabul im Einsatz, der von US-Truppen abgesichert wird.

Rund um den Flughafen herrschen seit der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban chaotische Zustände. Tausende Afghanen und ausländische Staatsbürger hoffen auf eine Gelegenheit, sich mit westlichen Flügen in Sicherheit zu bringen. Die Lage ist extrem gefährlich. Auch einheimische Helfer deutscher Organisationen berichten von verstopften und teils unpassierbaren Straßen, an denen die Taliban Checkpoints errichtet haben.

Auf dem Weg zum Flughafen erlitt ein deutscher Zivilist eine Schussverletzung. Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer sagte am Freitag in Berlin: «Er wird medizinisch versorgt, es besteht aber keine Lebensgefahr.» In der Nähe des Flughafens wurde ein weiterer Deutscher leicht verletzt. Ob es sich um eine Schussverletzung handelt, blieb zunächst unklar.

Der Zeitdruck wächst

Einer der beiden Verletzten wurde bereits ins usbekische Taschkent ausgeflogen. Der andere ist transportfähig, hielt sich am Freitagabend aber weiterhin in Kabul auf. Der Eingang zum Flughafen war am Freitag zeitweise geschlossen. Das führte dazu, dass die Bundeswehr am Nachmittag auf einem Flug nur 78 Menschen mitnehmen konnte, obwohl in die A400M mehr als doppelt so viele Passagiere passen.

Insgesamt brachte die Bundeswehr laut Verteidigungsministerium bis zum frühen Freitagabend mehr als 1700 gefährdete Menschen in Sicherheit. Am späten Abend brachte eine weitere Bundeswehr-Maschine noch 172 schutzbedürftige Personen nach Taschkent. Der Zeitdruck wächst, weil die USA eigentlich bis zum 31. August den Abzug ihrer Truppen aus Afghanistan abgeschlossen haben wollen. Vom Schutz durch die derzeit 5200 US-Soldaten hängen aber die Evakuierungen anderer Streitkräfte wie beispielsweise der Bundeswehr ab.

Bildquelle:

  • Hubschrauber nach Afghanistan: dpa
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