Deutsche in Not? Erstmal aufzählen, was wir alles nicht können und dürfen…

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

ein Airbus A380 der Lufthansa ist ohne Passagiere von Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) nach München geflogen. Ohne Passagiere. Und das, obwohl sich Zehntausende in der Region dringend aus dem Kriegsgebiet verabschieden wollen.

Eine Passagierbeförderung sei zwar geprüft worden, sei aber leider nicht möglich, schreibt die Fluggesellschaft. An Bord der Maschine seien nämlich lediglich zwei Piloten. Aber – Vorschrift ist Vorschrift – für die Beförderung von Passagieren wäre eine mindestens 17-köpfige Kabinencrew erforderlich gewesen, die leider nicht zur Verfügung gestanden habe.

Tja, da kann man nichts machen, oder?

Mich erinnert das an einen Vorfall ziemlich zu Beginn des Afghanistan-Krieges, der im August 2003 bekannt wurde.
Da durften Bundeswehrsoldaten nicht mit ihren NATO-Partnern auf Patrouille ausrücken, weil – halten Sie sich bitte fest – Jeeps vom Typ „Wolf“ und andere Fahrzeuge für den Dienstbetrieb gesperrt wurden. Denn: Ihre Plaketten zur Abgassonderuntersuchung (ASU) waren abgelaufen.

Unser Land ist einzigartig

Inmitten eines heißen Krieges setzten die militärisch und politisch Verantwortlichen in Berlin die Durchsetzung deutscher Umweltstandards durch. Kein Wunder, dass manche internationale Partner sich über uns lustig machen. Zumal dort damals und wahrscheinlich heute auch die Luftqualität durch Schrottautos und Dieselruß sowieso katastrophal ist.

Nach Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 gegen die Ukraine hat der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz von einer „Zeitenwende“ gesprochen. Die gibt es bis heute nicht. Wann immer eine Krise ist, erfahren wir erst mal, was alles nicht geht und was wir alles nicht können.

Stromausfall in Berlin – wir haben keine Notstromaggregate verfügbar. Militärpatrouille in der Hölle am Kundus – tut uns leid, die ASU-Plakette fehlt. Deutsche stecken fest im Kriegsgebiet – leider ist keine Evakuierung möglich, weil das Personal nicht ausreicht, um Bordservice zu machen und Tomatensaft auszuschenken …

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Klaus Kelle

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.