Die Böller-Hooligans der deutschen Hauptstadt – was für Dummköpfe

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Liebe Leserinnen und Leser,

gelegentlich frage ich an dieser Stelle – zumeist rhetorisch – in die Runde, ob wir Deutschen noch alle Latten auf dem Zaun haben.

Erst am Nachmittag, als ich unseren Finanzchef Joachim am Bahnhof absetzte, wollte ich von ihm wissen, wie er Silvester verbringen wird. Und er sagte, dass sie dann in Köln auf die Rheinbrücken gehen würden, um dort um Mitternacht anzustoßen. Da ich selbst mal in Köln gearbeitet habe, kenne ich die ausufernden Massenpartys in der Domstadt. Die Silvesternacht 2015 war nach meiner Zeit dort. Aber der Kölner schlägt gern über die Stränge. Und es wäre einer genauen Betrachtung wert, was da morgen für „Kölner“ unterwegs sind – außer Joachim natürlich.

In der deutschen Hauptstadt Berlin hatten sich bereits am Donnerstagabend im Bezirk Schöneberg 150 Leute gegenseitig mit Feuerwerkskörpern beworfen. Um 21 Uhr soll es begonnen haben, an der Kreuzung Pallasstraße/Ecke Potsdamer Straße. Viele hatten Feuerwerkskörper und Böller dabei, dann sei ein Streit ausgebrochen. Eine Einsatzhundertschaft der Polizei brauchte zwei Stunden, um die Ausschreitungen unter Kontrolle zu bekommen, wo sich Menschen gegenseitig mit Raketen beschossen.

In Internetforen verabredeten sich Nutzer zum nächsten feurigen Treffen in Berlin.

Nach den Erfahrungen früherer Jahre – vor Corona – hat die Stadt Berlin für dieses Jahr drei Böller-Verbotszonen eingerichtet: im Steinmetzkiez, auf dem Alexanderplatz und an der Potsdamer, wo die erste „Party“ am Donnerstag begonnen hat. Außerdem gibt es noch einige kleinere Straßen in Alt-Moabit mit Böllerverbot, wo die Justizvollzugsanstalt alljährlich in der Silvesternacht mit Feuerwerk beschossen wird. Im Jahr 2018 gelang einem 21-jährigen Häftling dabei die Flucht. Immerhin: Nach kurzer Zeit hatten sie ihn wieder eingefangen.

Die Berliner Polizei stellt in der Silvesternacht inzwischen Absperrgitter auf und postiert in den gefährdeten Partyzonen hunderte Polizisten. Aber was sind das für Vollidioten, die andere Menschen in Lebensgefahr bringen, weil sie das für Silvesterspaß halten? Die Polizei sagt übrigens, es seien Gruppen junger Männer…

Kommen Sie sicher durch die kommende Nacht!

Alle guten Wünsche zum neuen Jahr!

Ihr Klaus Kelle

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.