Die Sicherheit Deutschlands gehört oben auf die Tagesordnung der deutschen Politik

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Liebe Leserinnen und Leser,

was passiert mit den amerikanischen Atomraketen in Deutschland – das fragen wir am Abend auf unserer Titelseite. Kein Zweifel, auch viele von Ihnen werden spontan denken: Ja, was schon? Abziehen, raus damit! Es ist immer so ein schönes Gefühl auf der guten Seite zu sein, das Klima zu retten und die Eisbären, die Frauen vom Jahrtausende währenden Joch durch uns Männer befreien, und den Strom einfach aus der Steckdose zu ziehen. Herrlich, oder? Und dann sogar noch für den Frieden streiten, wer will das denn nicht? Weg mit den Raketen, den Panzern, den Bombenflugzeugen, den Soldaten, am besten gleich die Polizei auch abschaffen, weil wir ja alle so gute Menschen sind, so sozial und so friedfertig.

Jeder zumindest aus meiner Generation kennt noch die Geschichten unserer Eltern und Großeltern aus dem Zweiten Weltkrieg, jeder kennt die Phoenix-Dokumentationen von der „Operation Barbarossa“, vom Kampf um Stalingrad, jeder kennt die Fotos vom zerstörten Köln, dem zerstörten Hamburg, dem zerstörten Dresden. Jeder hat die Bilder und Filme aus Auschwitz und Buchenwald gesehen, das ganze Grauen, das Leid, den millionenfachen Tod.

Und es ist naiv zu glauben, dass sich das nicht wiederholen kann, dass es wieder passiert, vielleicht schlimmer dieses Mal. So lange es menschenfeindliche Ideologien gibt, Diktatoren und Despoten, so lange werden wir nicht in einer friedlichen Welt leben. Der einzige Grund, warum wir seit Jahrzehnten in Europa in Frieden leben – mit einer Ausnahme – ist das sogenannte Gleichgewicht des Schreckens. Die Androhung, eine andere gewaltige Militärmacht zu zerstören, wenn sie Anstalten macht, und zu zerstören, zu erobern, zu unterjochen. Der Traum vom friedlichen Europa wird ein Traum bleiben, wenn wir uns nicht verteidigen können, ja nicht einmal bereit sind, es im Ernstfall zu versuchen. Noch sind der Westen militärisch mit den USA und der NATO das gewaltigste Militärbündnis auf der Erde. Gut so, es könnte viel schlimmer sein.

Aber so, wie wir uns politisch dieses Gesellschaft von linken Lowperformern aus den Händen reißen lassen, so vernachlässigen wir insbesondere in Deutschland unsere Streitkräfte. Bauen Schminktische in Kasernenstuben auf, kaufen Kampfanzüge (!) für schwangere Soldatinnen, veranstalten Schwachsinns-Seminare für Soldaten über Diversität und sexuelle Orientierung. Und gleichzeitig sind viele Fahrzeuge und Flugzeuge und Hubschrauber nicht einsatzfähig für den Ernstfall. Weil sie das mit der Sicherheit nicht ernstnehmen. Unsere Sicherheitsbehörden mit dem Linksextremismus, unsere Regierung mit dem Islamismus, unsere Politiker das mit Russland, China und dem Iran nicht.

Äußere Sicherheit und Landesverteidigung müssen einen ganz anderen Stellenwert bekommen auf der politischen Agenda Deutschlands und Europas. Und zwar auf allen Ebenen, angefangen in den Schulen, wo natürlich Jugendoffiziere der Bundeswehr immer gern gesehene Gäste unserer Bildungseinrichtungen sein sollten. Natürlich mit Streitkräften, die bestens ausgebildet und ausgerüstet werden, und mit einer klaren Definition, was und wer zu beschützen ist und was und wer nicht.

20 Atomraketen haben die Vereinigten Staaten noch in Deutschland. Allein, dass unsere neue schrille Politikerschar in der Regierung ernsthaft darüber nachdenkt, die Amis aufzufordern, diese Waffen abzuziehen, ist ein Skandal. Nato und Europa sind schön und gut, und möge Gott ein Auge auf uns haben, dass in einem Ernstfall die USA noch Bock haben, für uns ihre Söhne und Töchter zu schicken – so wie schon einmal 1944. Der Kontinent wurde nicht mit Sozialarbeitern und Friedensforschern von der Hitler-Barbarei befreit, sondern von Soldaten mit Panzern und Gewehren und Handgranaten, übrigens auch russischen Soldaten. Wäre schön, wenn Russland auch heute noch unser Freund wäre, aber man kann nicht alles haben…

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Klaus Kelle

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.