Die Welt heilen? Bis wohin reicht unsere Verantwortung?

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Liebe Leserinnen und Leser,

die täglichen Meldungen von Tod, Leid und Verwüstungen sind manchmal kaum noch zu ertragen. Natürlich denken Sie jetzt sofort an die Ukraine, aber das ist nicht der einzige Krisenbrennpunkt derzeit auf der Welt. Bitte, es geht nicht darum, das Leid der Ukrainer zu relativieren, uns und mir wird das niemand unterstellen können, denn wir berichten vom ersten Tag des Krieges an und auch davor schon, umfangreich über den Schrecken, die Angst und die Folgen.

Doch, weil das kaum jemand sonst macht, möchte ich Ihr Augenmerk kurz auf Somalia lenken. Drei Regenzeiten hintereinander sind da ausgefallen in dem 15 Millionen Einwohner zählenden Staat, ganz im Osten am sogenannten Horn von Afrika. Und die Menschen hungern, und die Kinder sterben. Wieder einmal. 2011 wütete in Somalia schon einmal eine Hungersnot, damals starben 250.000 Menschen, und Verhungern, das ist alles andere als ein leichter Tod.

Vorhin habe ich im SPIEGEL gelesen, dass in Somalia vier Millionen Menschen gerade direkt von der Dürre betroffen sind, 700.000 haben ihre Dörfer verlassen, sich auf den Weg begeben, wohin auch immer.

Und ich sehe schon die ersten Postings nachher in den Sozialen Netzwerken, wo manche von Ihnen schreiben werden, dass wir Deutsche – trotz Globalisierung – nicht die Probleme der Welt lösen können. Und das ist ja objektiv richtig, so wie wir nicht all die Millionen Flüchtlinge bei uns aufnehmen können, die auf dem Weg zu einem – wie sie meinen – besseren Leben bei uns in Europa sind.

Das Thema, das ich Ihnen nahebringen möchte, ist die Frage: Wie weit reicht unsere Verantwortung im globalen Dorf? Wie viel Entfernung sind erlaubt, damit man nicht mehr hinschauen muss, wenn Menschen elendig verrecken in irgendeinem gottverdammlten Loch auf dieser Welt? Und wenn jetzt jemand schreibt: Die deutsche, die westliche Entwicklungshilfe hat so viele Fehler in den Jahrzahnten gemacht, dann antworte ich JA! Hat sie. Und wie weiter?

Was lernen wir aus dem vergangenen Versagen? Was sollten wir besser machen, oder geht es uns überhaupt etwas an? Sollen die sich doch selbst um Essen kümmern? Und wenn’s kein Brot gibt, sollen sie dann halt Kuchen essen, frei nach Jean-Jacques Rousseau? Kann doch wohl auch nicht sein. Also für mich jedenfalls nicht.

Und weil alles mit allem zusammenhängt, ist die Frage, kann man das bessere und auskömmliche Zusammenleben von Milliarden Menschen auf diesem Planeten überhaupt irgendwie organisieren? Und wer schützt uns – „Great Reset“ – davor, dass Ideologen dann alles in die Hand bekommen, so dass uns Orwells „1984“ nur als ein leichtes hors d’oeuvre vorkommen wird angesichts dessen, was unsere Kinder und Enkelkinder erwarten wird?

Müssen wir uns überhaupt mit solchen Themen befassen, wo doch die Spritpreise gerade astronimisch hoch sind und alle immer noch Rundfunkgebühren zwangweise bezahlen müssen, auch wenn wir den Krempel gar nicht mehr sehen wollen? Ja, das müssen wir, auch wenn alles auf einmal kommt, und Sie und ich wahrscheinlich keine realisierbare Idee haben, wie wir – frei nach Michael Jackson – die Welt heilen können….

Mit herzlichen Grüßenn,

Ihr Klaus Kelle

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.