Im Moment weiß niemand, wer hinter dem Anschlag steckt…außer denen, die dabei waren

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Liebe Leserinnen und Leser,

die drei Lecks an den Ostsee-Röhren Nord Stream 1 und 2 sind nicht durch einen irgendwie gearteten Deffekt entstanden, sondern durch vorsätzlich von wem auch immer ausgelöste Explosionen. Die Experten aus Dänemark und Schweden sind sich zu 100 Prozent sicher, dass es sich um einen Anschlag handelt.

Mehr weiß außer den Tätern bisher wohl niemand, jedenfalls gibt es nicht eine weiterführende Aussage von irgendeinem Sicherheitsexperten oder einem Geheimdienst. Nicht einmal aus Russland gab es bis zum späten Abend eine Stellungnahme, wer hinter der Tat stecken könnte und warum.

Das ist gut, denn in diesem Fall hat keiner der üblichen Verdächtigen – Russland oder Deutschland oder die USA – irgendeinen nachvollziehbaren Grund, so etwas zu tun. Zum einen sind die Schäden an den Gasröhren nicht so signifikant, als dass nicht alles in wenigen Wochen zu reparieren wäre. Zum anderen liefert Russland seit Wochen weder durch die eine noch durch die andere Pipeline irgendwas. Russland hätte keinen direkten Grund für so einen Anschlag. Die Amerikaner auch nicht, weil ja kein Gas fließt. Außerdem hat Biden damals gegenüber Merkel noch zugestimmt, dass Nord Stream 2 in Betrieb genommen werden könne, wenn wir Deutschen das wollten. Und unsere Bundesregierung? Die kann sich nicht entscheiden. Für nix.

Also: Die Amis waren es oder die Russen waren es – beides ist Schwachsinn zum jetzigen Zeitpunkt. Es sei denn, es folgt jetzt zeitnah noch etwas anderes, ein Nachfolgeereignis, was natürlich nicht auszuschließen ist.

Wir werden es vielleicht erfahren, vielleicht aber auch nicht. Auf jedem Falls schreibt jeder, der derzeit auf Facebook oder Twitter behauptet, zu wissen, was hinter dem Anschlag steckt, einfach nur Blödsinn.

Mit herzlichen grüßen,

Ihr Klaus Kelle

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.