Insolvenzantrag gegen chinesischen Immobilien-Entwickler Evergrande gestellt

Evergrande-Zentrale in Shenzen
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PEKING/BERLIN – Die Shanghai Quanzhu Holding hat beim Bezirksgericht im chinesischen Wuhan einen Insolvenzantrag für den offensichtlich überschuldeten Immobilienkonzern Evergrande eingereicht. Damit werden die Chancen für ein Überleben des Staatskonzerns immer kleiner.

Zuvor hatte Shanhai Quanzhu über seine Tochtergesellschaften mehrfach Klagen bei verschiedenen Gerichten eingereicht, um ausstehende Zahlungen für erbrachte Bauarbeiten einzutreiben. Angeblich sind inzwischen 333 solcher Klagen anhängig. Darin fordert das Bauunternehmen 228 173 600 Yuan für nicht bezahlte Rechnungen von Evergrande.

In Deutschland teilte die Deutsche Martkscreening Agentur (DMSA) am Abend mit, man werde zusätzlich zum vorliegenden Insolvenzantrag in China im Namen internationaler Investoren ebenfalls Insolvenzantrag gegen Evergrande stellen.

Nach Analysen der DMSA verursacht die bevorstehende Insolvenz von Evergrande und die Immobilienkrise in China aktuell rund zehn Milliarden US-Dollar Verluste bei den zehn größten auf Asien spezialisierten Renten- und Investmentfonds. Davon seien bereits sieben Milliarden US-Dollar real entstanden und weitere zwei Milliarden würden bei Anmeldung der Insolvenz realisiert. Weitere 158 Milliarden US-Dollar Verluste auf Evergrande durch CDS-Investments internationaler Anleger seien außerdem zu erwarten.

Bildquelle:

  • Evergrande_2: afp
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