LEIPZIG /BERLIN/KÖLN – Irgendwann zermürben einen die ständigen Angriffe, irgendwann geben auch treue und glaubensfeste Christen auf, zerbrochene Scheiben zusammenzufegen und Schmierereien an Wänden abzuschrubben. So jetzt in Leipzig, wo das christliche Café „Stay“ der freikirchlichen „Zeal Church“ nach 26 linksextremistischen Attacken innerhalb von zwei Jahren für immer schließt. Pastor René Wagner überbrachte die schlechte Nachricht seiner Gemeinde gestern im Gottesdienst.
Es ist weniger die Angst vor den ständigen Attacken des linksradikalen Pöbels – der entscheidende Faktor sind die immensen finanziellen Belastungen für die Freikirche. Allein 20.000 Euro Schaden richtete ein Buttersäureanschlag im Januar an. Im Dezember hatte es ebenfalls durch Buttersäure Schaden am Fußboden gegeben, sodass dieser komplett ausgetauscht werden musste, weil sich der beißende Geruch anders nicht vertreiben ließ.
Wagner zeigte sich gegenüber IDEA kämpferisch: „Die Linksextremen in Leipzig haben nicht gewonnen. Sie haben keine Kirche geschlossen. Sie haben keine Gemeinde gestoppt. Sie haben keine Erweckung verhindert. Sie haben keine einzige Seele davon abgehalten, Jesus zu begegnen.“
Das klingt beeindruckend, doch im Gespräch mit dem Nachrichtendienst klingt auch der Frust des Pastors durch, dass es keinerlei Rückendeckung oder sogar Hilfe durch die politischen Gremien der Stadt Leipzig gegeben habe.
Man habe mit Vertretern von CDU, AfD, Grünen bis hin zum BSW gesprochen – einzig die frühere SED, die heute Linke heißt, habe ein Gespräch abgelehnt.
Man zieht sich im Rathaus feige aus der Affäre, indem man nicht von einem Angriff auf die Religionsfreiheit redet, was es zweifellos ist
Denn auf einschlägigen linksterroristischen Internetseiten wie „indymedia“ werden die Anschläge ihrer Fußtruppen genau mit dem christlichen Menschenbild, für das das „Stay“ steht, begründet – weil Christen gegen Abtreibung und für die traditionelle Ehe aus Mann und Frau stehen. Die Stadt Leipzig aber stellt sich nicht vor die Gemeinde von Pastor Wagner und die gläubigen Leipziger. Sie zieht sich auf den Standpunkt zurück, die Angriffe seien nur gegen ein kommerzielles Café gerichtet.
In Deutschland gibt es einen Trend zu christenfeindlichen Straftaten
Die offizielle polizeiliche Kriminalstatistik (PMK) verzeichnet jedoch primär Fälle von Vandalismus, Sachbeschädigung und Graffitischmierereien mit satanistischem und linksextremistischem Bezug.
Dennoch können Gottesdienste und Vortragsveranstaltungen evangelikaler und freikirchlicher Gemeinden häufig nur unter Polizeischutz stattfinden, besonders wenn es um Themen geht, die der sogenannten „queeren Community“ ablehnend gegenüberstehen. Da versucht der Mob immer wieder, sich Zugang zu den Räumen zu verschaffen und durch Trillerpfeifen und Gebrüll diese Veranstaltungen zu sprengen.
Alljährlich findet in Berlin und Köln der „Marsch für das Leben“ statt – zwei Demonstrationen, die jeweils Tausende evangelikale und katholische Christen und Lebensschützer auf die Straßen bringen. Dabei kommt es regelmäßig zu massiven Störungen und Blockaden: Teilnehmern werden Kreuze entrissen, sie werden angepöbelt und bespuckt, ein schriller und hasserfüllter Pöbel droht am Straßenrand. Ohne ein großes Polizeiaufgebot wäre der „Marsch für das Leben“ in Berlin und Köln überhaupt nicht durchführbar.
Und die Amtskirchen?
In den vergangenen Jahren mischten sich immer einige katholische Bischöfe unter die Teilnehmer beim „Marsch für das Leben“. Viele Mitglieder aus Freikirchen sind jedes Jahr dabei. Nur Vertreter der EKD-Amtskirche lassen sich nicht blicken.
Sie stört, dass der Bundesverband Lebensrecht (BVL) als Veranstalter ein striktes Verbot von Abtreibungen fordert, während die evangelische Amtskirche die Tötung ungeborener Kinder „ergebnisoffen“ betrachten will.
Bildquelle:
- Graffity_Café_Stay_Leipzig: stay
