Passt Ihr Abendkleid noch? Kneift der Smoking um die Hüfte? Finden wir es einfach heraus!

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Stand nach 24 Stunden unserer Spendenaktion „Ein Fünfer für den Frühen Vogel“: 340 Euro. Da ist noch Luft nach oben, oder? DE06 3305 0000 00003447 13 – Verwendungszweck: Früher Vogel

Liebe Leserinnen und Leser,

es gab viele Reaktionen von Ihnen auf meinen Text zu Stil und gutem Benehmen letztens. Hier nachzulesen.

Gestern Abend hatte ich ein Gespräch über das Thema Tanzen, Aufbrezeln und Bälle. Jeder hat die Fotos der monströsen Wiener Opernbälle schon einmal gesehen oder war sogar in der Staatsoper dabei. Und wer um alles in der Welt würde Richard „Mörtel“ Lugner kennen, wenn er sich da nicht jedes Jahr mit mehr oder weniger beeindruckender Begleitung präsentieren würde? Kim Kardashian, Paris Hilton und Ornella Muti waren schon mit ihm in der Loge beim Opernball. Und nun hat beim jüngsten Ball Simone „Bienchen“ Reiländer das goldene Los gezogen, als die 39-Jährige vom „Mörtel“ (89) einen Verlobungsring angesteckt bekam. Verrückte Zeiten, in denen wir leben. Aber wenn sie sich doch lieben…

Ganz ehrlich, obwohl selbst nur ein Tänzer aus der – sagen wir – Holzklasse, fasziniert mich das, was da passiert, gerade aus dem Blickwinkel eines Konservativen.

Sie wissen, dass ich alljährlich zum Treffen der bürgerlichen Schwarmintelligenz einlade, und schon im Vorfeld der Veranstaltung 2021 wurde auf Facebook intensiv darüber diskutiert, ob wir so einen Ball nicht an einem der Abende versuchen sollten. Lassen wir die organisatorischen Überlegungen mal beiseite, wie ist Ihre Einstellung zu einem solchen in Deutschland höchst selten gewordenen Ereignis?

Orchester, Abendkleider, Smoking…so ein wenig dekadent sollte es schon sein. Das linksgrüne Juste Milieu hasst das aus tiefstem Herzen, und frei nach Wolf Biermann („Was verboten ist, macht uns erst richtig scharf“) sollten wir es gerade deshalb schon tun.

Wissen Sie, was das Problem bei den Überlegungen war, die letztlich dazu geführt haben, dass wir es nicht gemacht haben? Die Männer.

In den Facebook-Gruppen fanden sich sofort begeisterte Damen in Hülle und Fülle, die über Konfektionsgrößen, Farben und – ganz wichtig – Schuhe heiß diskutierten. Die Reaktion der Männer, die meisten vermutlich tänzerisch ähnlich talentiert wie ich, war deutlich bis schroff ablehnend. Das passt doch nicht zur Schwarm-Veranstaltung schoben die meisten vor, die daran dachten, wie wunderbar es doch sei, an der Bar ein paar Biere mit Parteifreunden welcher Partei auch immer zu zischen und über Fußball sprechen zu können. Und überhaupt, warum tanz man eigentlich, ist das so’n Mann-Frau-Ding wie früher der Tanzkurs? Oder nur was für Spießer?

Es muss ja aber auch nicht gleich eine Kopie des Wiener Megaevents sein, aber ein – sagen wir – Deutschland-Ball, festlich, in Abendgarderobe…ich fände, das hätte was.

Vielleicht schreiben Sie mal in den verschiedenen Facebook-Gruppen oder auch per Mail an mich persönlich [email protected], was Sie von dieser Idee halten, und ob Sie dabei wären, wenn wir das organisiseren!

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Klaus Kelle

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.