MÜNCHEN – Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sieht deutliche Hinweise darauf, dass Russland den Krieg gegen die Ukraine ökonomisch nicht mehr lange fortführen kann. „Es wäre sehr verwunderlich, wenn Russland das noch sehr, sehr lange durchhalten würde“, sagte Pistorius im Interview bei ntv. Er betonte: „Wir müssen die Zufuhr von Geld über Gas- und Ölverkäufe möglichst schnell, endgültig und absolut stoppen, weil das die Zufuhr für den furchtbaren Krieg ist, die Geldzufuhr, die Russland braucht.“
Tatsächlich zeigen aktuelle Daten zum russischen Staatshaushalt ein massives Defizit, da die Kriegskosten die Einnahmen aus dem schrumpfenden Energieexport weit übersteigen. Experten gehen davon aus, dass der Niedergang der russischen Wirtschaft durch die westlichen Sanktionen und die massive Umstellung auf eine reine Kriegswirtschaft unumkehrbar ist.
Besonders dramatisch ist die Lage bei den russischen Verlusten: Laut aktuellen Schätzungen der NATO vom Februar 2026 sind inzwischen rund 1,3 Millionen russische Soldaten gefallen oder schwer verwundet worden. Diese enorme Abnutzung führe auch zu einer zunehmenden Instabilität innerhalb der russischen Gesellschaft.
Pistorius erläuterte zudem die prekäre Lage an der Front sowie die Situation der Zivilbevölkerung, die unter dem anhaltenden russischen Raketenterror leidet. Angesichts der nuklearen Drohgebärden des Kremls ging der Minister zudem auf die Debatte über eine stärkere deutsche Beteiligung an einer nuklearen Abschreckung innerhalb Europas ein.
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