„Toxische Männlichkeit“ – so geil…

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Liebe Leserinnen und Leser,

bitte entschuldigen Sie meine etwas derbere Wortwahl oben. Ich bin nicht so der Vollasi, wie Sie hoffentlich wissen. Aber ich war am Abend im Kino, IMAX natürlich, um „Top Gun 2“ anzuschauen. Und es war atemberaubend. Und schön. Und geil.

Zugegeben, wenn sich eine Redakteurin der „Emma“-Redaktion auf dem Weg zu „Sufragette – Taten statt Worte“ zufällig ins ausverkaufte Kino 1 in diesem Düsseldorfer Lichtspielhaus verirrt hätte, wäre ein darauf folgenden Notarzt-Einsatz nicht zu vermeiden gewesen. Denn hier wird das Mann-sein auf eine Art zelebriert, dass jemandem wie mir das Herz überläuft.

An dieser Stelle ein Sicherheitshinweis:

Ich liebe Frauen, diese Welt wäre nicht lebenswert, gäbe es keine Frauen. Frauen sind so wunderbar, so klug, so graziös und hingebungsvoll…wenn man Glück hat. Aber vor allem sind sie anders als wir.

„Top Gun 2“ handelt von der anderen Seite, von unserer. Und natürlich ist niemand von uns auch nur annähernd so ein Mann wie Tom Cruise und die Jungs aus seiner Kampfpiloten-Klasse, Quoten-Lady inklusive. Und das ist auch gut so. Die Neue Züricher Zeitung schrieb einen Verriss des Filmes und bemängelte, dass der Streifen ausgerechnet zu einer Zeit gestartet ist, als der Ukraine-Krieg tobte. Liebe Leute, sollen die Filmstudios in Hollywood eine Wahrsagerin befragen, die frühzeitig herausfindet, wann ein Diktator in Moskau Probleme mit der Schilddrüse bekommt, bevor sie ihre Filmstarts planen? Und der Film sei eine Verherrlichung des Militärs… naja, wir alle wissen, dass es nicht nur Tom Cruise-Typen in einer Armee gibt, auch nicht in der amerikanischen. Aber dort ganz sicher mehr als in anderen. Die NZZ meckert also:

„Wie der göttliche Helios im Sonnenwagen steuert er den F/A-18F Super Hornet am Himmel, ein freudestrahlender Luftikus auf, aber auch neben der Leinwand: Ja, Tom Cruise, dieser Elon Musk der Filmwelt, überehrgeizig und mit Drang zur Stratosphäre, trotzt seinen 59 Jahren ebenso wie den Gravitationskräften im Cockpit eines Fighter-Jets.“

Soll ein Verriss sein zweifelsfrei, wirkt auf mich aber eher als Bestätigung für das, was ich schon vorher ahnte. Trotz den Ausläufern der Pandemie, und obwohl die russischen und chinesischen Kino-Märkte verständlicherweise komplett wegfallen, bricht TG2 alle Rekorde an den Kinokassen.

Warum? Weil wir hier Männer sehen, die schwitzen, die raufen, die die besten Kampfjets der Welt beherrschen, sich nicht vor dem Tod fürchten und auch mal einen Motor selbst reparieren können mit dem Schraubenzieher. Kurz: Im Film zeigt man uns Männer, wie wir nicht sind, aber wie wir gerne sein würden. Früher wollte man den starken Typen, den Beschützer, dann begann die feministische Gehirnwaschung. Männer sind immer Deppen, übergewichtig, zu doof um alleine ein Bankkonto zu eröffnen, wo Mutti mitgehen und die Hand führen muss, damit es klappt.

Und jetzt auf einmal wieder Typen auf der Leinwand, braungebrannt, durchtrainiert, cool, selbstbewusst. Ich sage Ihnen, die „Emma“-Tante würde jetzt bereits beatmet in einem Krankenhaus. Wir hoffen, sie kommt durch und auch von dieser Stelle alles Gute für sie!

Ja, ich habe „geil“ geschrieben in der Überschrift. Weil dieser Film nämlich geil ist. Und ich sicher nochmal reingehen werde in den nächsten Tagen. Keine grün-woken Klimaheinis auf einem E-Roller, keine Typen in Frauenkleidern, weil sie sich morgens nicht entscheiden konnten, was sie sein wollen. Sondern Männer.

Die NZZ will herausgefunden haben, dass sich der Film in der Homo-Community großer Begeisterung erfreut mit den Rugby-Szenen am Strand, wo durchtrainierte Jetpiloten in Badeshorts performen. Ja, und? Warum denn nicht?

Bevor Sie jetzt kommen und auf die Amis schimpfen – ja, ich weiß, dass auch dort nicht alle Gold ist, was glänzt.  Auch dort gibt es Gender-Dummköpfe, gibt es Diskriminierung und die Vororte der Großstädte sehen oftmals schlimmer aus als der Dortmunder Norden oder Stadtteile Duisburgs. Es geht nicht um kritiklose Glorifizierung des innovativsten Landes dieser Welt. Es geht um Selbstvergewisserung, wer wir sind, und mit wem wir Partner bleiben sollten.

Und falls Sie „Top Gun 2“ schon gesehen haben, verrate ich nur Ihnen mein Innerstes. Die Sprüche sind gut, die Flug-Action ist überragend, Tom Cruise in der Form seines Lebens. Aber am meisten Spaß hatte ich persönlich an den beiden Szenen vor der Haustür der Heldin. So isses nämlich wirklich….

Mit herzlichen Grüßen,

 

Ihr Klaus Kelle

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.