Weshalb fliegen die Amis jetzt eigentlich nochmal zum Mond?

Die Erde vom Mond aus betrachtet

HOUSTON – Die Astronauten der Artemis II-Mission befinden sich inzwischen wieder auf dem 406.000 Kilometer langen Rückflug nach Hause. Jeden Abend bekommen Sie Live-Fotos aus dem Raumschiff in den Fernsehnachrichten zu sehen. Und der US-Präsident hat auch schon angerufen und gratuliert. „Make America great again“ – so etwas gehört unbedingt dazu.

Und dennoch finden Sie besonders in Deutschland natürlich wieder Nörgler, die sagen: „Was wollen die Amis denn da oben?“ Wo sie doch am 20. Juli 1969 mit „Apollo 11“ schon mal da waren und danach weitere fünf Mal. Und jetzt, 50 Jahre später, geht es wieder los?

Allein die jahrelange Entwicklung der Trägersysteme und der Infrastruktur am Boden hatte bis zum Start vor wenigen Tagen bereits sagenhafte 93 Milliarden US-Dollar verschlungen. Experten schätzen die Kosten für einen einzelnen Start mit der Kombination aus SLS-Rakete und dem „Orion“-Raumschiff auf vier bis fünf Milliarden US-Dollar.

Warum wollen sie jetzt also unbedingt zurückkehren auf den Mond?

Ist es der Ehrgeiz, es den Chinesen zu zeigen, die auch einen Flug zum Erdtrabanten vorbereiten? So wie einst der erfolgreiche Wettbewerb der USA mit der Sowjetunion?

Unwahrscheinlich; die Amerikaner kehren mit dem Artemis-Programm zum Mond zurück, weil sich die Zielsetzung gegenüber 1969 grundlegend verändert hat.

Der Trip zum Mond dient dieses Mal als Testlauf für größere Ziele Nur vier Tage dauert die rund 400.000 oder weniger Kilometer lange Reise bis zu unserem Trabanten – ein Katzensprung, um Technologien für Lebenserhaltung, Energiegewinnung und Strahlenschutz unter realen Bedingungen zu erproben. Und ein Testlauf für einen dann gigantischen Sprung hin zu einer monatelangen Reise zum Mars. Dazu wollen die Amerikaner eine dauerhafte Mondbasis (Artemis Base Camp) und eine Raumstation im Mondorbit (Lunar Gateway) schaffen.

Am Südpol des Mondes wird gefrorenes Wasser vermutet. Dieses Eis könnte vor Ort in Trinkwasser, Sauerstoff und sogar Raketentreibstoff (Wasserstoff) umgewandelt werden, was Missionen tiefer ins All deutlich günstiger machen würde.

Aber natürlich spielt auch jetzt wieder die Rivalität der Großmächte eine Rolle. Insbesondere China plant bis 2030 eine eigene bemannte Mondlandung. Und Indien will ebenfalls eigene Astronauten (Vyomanauts) erst in eine Erdumlaufbahn bringen und dann nach dem Mond greifen. Und Russland? Wer ist Russland? Die führen lieber sinnlose Kriege, als die Menschheit voranzubringen.

Bildquelle:

  • Erde_Mond: adobe.stock/bruno stock

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