Wie Russland Kenianer mit Lügen ins Land lockt

67 Prozent der jungen Kenianer sind arbeitslos.

NAIROBI – „Inakzeptabel und heimlich“, findet Kenias Außenminister Musalia Mudavadi, dass Russland seine Staatsbürger unter falschen Versprechen ins Land lockt und sie dann für die Armee zwangsverpflichtet und an die Front in die Ukraine schickt. Mudavadi sprach in einem Interview mit der BBC von einer „sehr bedauerlichen Episode in den ansonsten sehr positiven und herzlichen Beziehungen“ zwischen beiden Ländern.

Die kenianischen Behörden hätten inzwischen mehr als 600 Personalvermittlungsagenturen geschlossen, die im Verdacht stünden, Kenianer mit falschen Versprechungen ins Ausland gelockt zu haben.

So schätzt die Regierung, dass mindestens 200 Kenianer für den Kampf auf russischer Seite rekrutiert worden sind. 27 Personen seien zurück nach Kenia gebracht worden, wo ihnen laut Mudavadi psychologische Betreuung angeboten wird. „Diese Menschen werden als Kanonenfutter an der Front missbraucht“, ergänzte Kenias Vize-Außenminister Korir Sing’Oei gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Er kritisierte: „Es scheint ein Muster zu geben, Menschen anzulocken und sie dann sterben zu lassen. Kein Kenianer würde sich freiwillig auf so etwas einlassen.“

Die AFP berichtete von einem Fall, in dem vier Männer ohne militärischen Hintergrund gezwungen wurden, Verträge mit der russischen Armee zu unterzeichnen. Dann wurden sie an die Front in der Ukraine geschickt, wobei drei von ihnen verletzt wurden. Die Männer seien davor jedoch davon ausgegangen, Jobs als Verkäufer, Leistungssportler oder Wachpersonal auszuüben.

Bildquelle:

  • Junge_Kenianer: pixabay / ean254

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