Heftige Klatsche für den Kreml: Orban abgewählt, Erdrutschsieg von Peter Magyar: „Ungarn hat Europa gewählt!“

Die Flaggen der EU und Ungarns...

BUDAPEST – Die Ära Viktor Orbán ist nach 16 Jahren beendet. Die Ungarn schickten ihren bisherigen Ministerpräsidenten mit einem klaren Wahlergebnis in den Ruhestand. Strahlender Sieger und neuer Ministerpräsident wird der frühere Weggefährte Orbáns, Péter Magyar, der am Abend in Budapest und anderen Teilen des Landes begeistert gefeiert wurde.

Nach Auszählung von mehr als 70 Prozent der Wahlkreise erreicht Magyar danach etwa 55 Prozent der Stimmen gegenüber 38 bis 40 Prozent für Orbáns Fidesz. Magyars Partei Tisza könnte bei der Sitzverteilung im Parlament sogar auf eine Zweidrittelmehrheit der Sitze kommen.

Wesentlichen Einfluss auf das Ergebnis heute hatten Korruptionsaffären und Orbáns demonstrative Anti-EU- und Pro-Putin-Haltung.

Die Ungarn haben ganz klar zum Ausdruck gebracht, dass sie zum Westen gehören – zur EU und zur NATO – und nicht hinter dem Rücken der anderen europäischen Staaten mit dem Kreml kungeln wollen. Der Erfolg Magyars ist auch eine heftige Klatsche für den Kreml in Moskau.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) gratulierte schon am frühen Abend auf X:

„Ungarn hat Europa gewählt. Europa hat immer Ungarn gewählt. Ein Land kehrt auf seinen europäischen Weg zurück. Die Union wird stärker!“

Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) schrieb auf X: „Das ungarische Volk hat entschieden. Meine herzlichsten Glückwünsche zu Ihrem Wahlerfolg, lieber @magyarpeterMP. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen. Lassen Sie uns gemeinsam für ein starkes, sicheres und vor allem geeintes Europa eintreten. Herzlichen Glückwunsch, lieber Peter Magyar!“

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron telefonierte bereits mit dem Wahlsieger. Der zeigte sich am späten Abend vor Tausenden jubelnden Anhängern in Budapest.

Bereits am Vormittag hatte Orbán bei seiner Stimmabgabe auf eine Journalistenfrage hin geantwortet, dass er im Fall einer „großen Wahlniederlage“ seiner Partei Fidesz deren Vorsitz niederlegen wird. Zweifellos ist dieses Ergebnis eine große Wahlniederlage.

Bildquelle:

  • EU_Ungarn_Flaggen: adobe.stock/photoenthusiast82

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.