BVB fällt durch 2:3 in Köln hinter die Bayern zurück

Die Kölner um Torschütze Florian Kainz (r) feierten einen Heimsieg gegen den BVB. Foto: Marius Becker/dpa - Nutzung nur nach schriftlicher Vereinbarung mit der dpa
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von HOLGER SCHMIDT

KÖLN – Ausgerechnet der Ex-Dortmunder Steffen Tigges hat Borussia Dortmund eine Woche vor dem Liga-Hit gegen den FC Bayern München einen Nackenschlag verpasst.

Der Stürmer, der zwischen 2019 und 2022 nur zur 15 Joker-Einsätzen für den BVB kam, köpfte bei der 2:3 (1:0)-Niederlage des BVB beim 1. FC Köln den vorentscheidenden Treffer für die Kölner (56.). Damit rutschten die Westfalen in der Fußball-Bundesliga vor dem Duell mit dem Meister am kommenden Samstag aufgrund der deutlich schlechteren Tordifferenz direkt hinter die Münchner.

Im Falle eines Sieges gegen Köln hätte der BVB, bei denen Torjäger Anthony Modeste bei der Rückkehr an die alte Wirkungsstätte erneut enttäuschte, die Tabellenführung übernommen. Und durch einen Treffer von Julian Brandt (31.) waren die Borussen auch mit einer Führung in die Pause gegangen. Doch Florian Kainz (53.) und eben Tigges mit seinem ersten Bundesliga-Tor für den FC drehten das Spiel innerhalb von knapp drei Minuten. Dejan Ljubicic erhöhte (71.), ehe ein Eigentor von Benno Schmitz den BVB nochmal heranbrachte (78.). Die Kölner liegen mit 13 Punkten nur zwei Zähler hinter den Dortmundern.

FC-Fans empfangen Modeste mit Pfiffen

Modeste ging vor dem Anpfiff zur Kölner Bank und klatschte alle ab. Der Empfang dort war herzlich, mit Trainer Steffen Baumgart gab es eine innige Umarmung. Die Fans begrüßten den Abtrünnigen nicht nur bei der Verlesung der Aufstellung mit einem lauten Pfeifkonzert, sondern auch bei jedem Ballkontakt. Von denen es allerdings nur recht wenige gab. Plakate gegen den Franzosen waren kaum zu sehen, nur das mit der Aufschrift «Der Menschen denkt – die Gier lenkt» war wohl gegen ihn gerichtet. Gegen den zweiten im Sommer von Köln nach Dortmund Gewechselten, Mittelfeldspieler Salih Özcan, gab es keine Unmutsbekundungen.

Das Spiel war von Beginn an intensiv, weil sich auch die Kölner wie von Baumgart angekündigt keineswegs versteckten und immer den schnellen Weg nach vorne suchten. Echte Torchancen gab es aber lange nicht. Bis zum Ex-Kölner Modeste im Dortmunder Sturm und dem Ex-Dortmunder Tigges als Kölner Sturmspitze gelangte der Ball meist erst gar nicht.

Doch als es mal losging, gab es plötzlich Chancen fast im Minutentakt. Die erste richtig gute Möglichkeit besaßen die Gäste, als Karim Adeyemi schnell Donyell Malen bediente, der aber verzog (26.). Auf der Gegenseite verzog Florian Kainz nach einem abgeprallten Ball knapp (29.). Kurz darauf war es dann passiert. Der 19 Jahre alte Jude Bellingham – in Abwesenheit von Reus und Hummels mit 19 erstmals Spielführer und unheimlich präsent – steckte auf Brandt durch und der ließ Marvin Schwäbe keine Chance. Bei einem Volleyschuss von Adeyemi und einem Schuss von Malen verhinderte der Kölner Keeper das 0:2 (33./40.).

Spannende Schlussphase

Nach der Pause kamen die Kölner hoch motiviert aus der Kabine und wurden schnell belohnt, als Kainz nach Hereingabe von Linton Maina den Ausgleich erzielte und kurz darauf Tigges eine Ecke von Kainz vor Nico Schlotterbeck einköpfte. Nun erwachte der BVB aus seinem Tiefschlaf, auch Modeste kam zu einer ersten Chance (60.). Dortmund drückte nun, doch Köln konterte stark. Erst traf Florian Dietz den Innenpfosten, Sekunden später traf Ljubicic. Eine von Schmitz abgefälschte Flanke von Tom Rothe sorgte für eine spannende Schlussphase.

Bildquelle:

  • 1. FC Köln – Borussia Dortmund: dpa
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