BERLIN – Der ehemalige Bundespostminister Christian Schwarz-Schilling (CDU) ist tot. Er starb Ostermontag im Kreise seiner Familie im hessischen Büdingen. Schwarz-Schilling wurde 95 Jahre alt.
Der gebürtige Innsbrucker, Sohn eines Komponisten und einer Pianistin, war von 1982 bis 1992 Minister für Post und Telekommunikation, lange Jahre Bundestagsabgeordneter und später Hoher Repräsentant für Bosnien und Herzegowina.
Mit 30 Jahren trat er der CDU bei und profilierte sich im betont konservativen hessischen Landesverband als liberales Gewissen sowie als Fachmann für neue Medien. Seinen Kampf für die Durchsetzung des privaten Rundfunks führte Schwarz-Schilling in einem jahrelangen Reformprozess und stellte die Weichen für die Privatisierung von Post und Telekom, was ihm auch viel Kritik und den Vorwurf der Verquickung privater und dienstlicher Interessen eintrug.
Kritik an deutscher Haltung zu Jugoslawien
Gleichzeitig erbitterte ihn, was er als Tatenlosigkeit der deutschen Politik angesichts des Bürgerkriegs im zerfallenden Jugoslawien empfand, und er provozierte so Ende 1992 seine Entlassung. Im April 1995 wurde er offiziell zum Streitschlichter für Bosnien-Herzegowina berufen. In dieser Funktion regelte er insbesondere die Rückkehr von Bürgerkriegsflüchtlingen. Als Krönung seines Einsatzes im früheren Jugoslawien wurde er Ende 2005 zum Hohen Repräsentanten der Vereinten Nationen in Bosnien-Herzegowina ernannt. Wenig später wurde er zudem Bosnien-Beauftragter der EU.
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- Christian_Schwarz-Schilling_CDU: kas/marie-lisa noltenius
