Danke, RB Leipzig!

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von SEBASTIAN KOWALKE

Berlin – Wir nähern uns mit großen Schritten der Winterpause, und es wird Zeit, in dieser besinnlichen Vorweihnachtszeit einmal Danke zu sagen – an RB Leipzig.

Die Gegner des FC Bayern kamen und gingen in den vergangenen Jahrzehnten. Der 1. FC Nürnberg, Borussia Mönchengladbach, der Hamburger SV, Borussia Dortmund, Werder Bremen, der VfB Stuttgart und der VfL Wolfsburg – sie alle waren schon mal über kurze oder lange Zeit DER Gegner des Rekordmeisters. Doch gerade die letzte große Rivalität – zwischen den Münchnern und der Borussia aus Dortmund – ist nun doch wieder etwas eingeschlafen, nachdem der FCB zum vierten Mal in Folge die Schale in die bayerische Landeshauptstadt holte.

Da kommt der neue, so ganz andere Rivale RB Leipzig genau richtig. RBL ist kein „klassischer“, traditioneller Fußballverein, hat keine Historie, die länger zurückreicht als das Leben unserer Großeltern. Viele bezeichnen die Roten Bullen als „Kunstprodukt“, „Dosenverein“ und „Limonadenclub“. All diese Begriffe mögen zutreffen, greifen aber trotzdem zu kurz. Wenn man Fußball als „Sport, bei dem 22 erwachsene Männer einem Ball hinterherrennen“ bezeichnet, stimmt das. Trotzdem wird jeder Fußballfan diese Beschreibung empört von sich weisen – zurecht.

In einer Zeit, in der der BVB selbst gegen Eintracht Frankfurt verliert, braucht es einen Verein, der ähnlich dominant wie der FC Bayern auftreten kann, ohne in München beheimatet zu sein. RB Leipzig kann diese Rolle nicht nur kurzfristig, sondern dank des Vereinskonzeptes auch mittel- und wahrscheinlich sogar langfristig einnehmen. Auch wenn sich die Zehennägel aller „wahren“ Fußballfans aufrollen werden: In 15 Jahren werden wir vom „Klassiker“ zwischen dem FC Bayern und RB Leipzig reden. Es wird Zeit, sich darauf mental vorzubereiten!

Die Jugendarbeit der Leipziger ist phänomenal. Der Kader der Sachsen ist der mit Abstand jüngste der gesamten Liga (24 Jahre), und trotzdem haben sie bereits zehn A-Nationalspieler im Kader. Und mit Außenverteidiger Lukas Klostermann, den Top-Talenten Timo Werner und Davie Selke (alle U21-Nationalspieler), sowie den Mittelfeldspielern Vitaly Janelt und Idrissa Touré (beide U19) stehen weitere Talente in den Startlöchern, von denen in naher oder ferner Zukunft viele Länderspiele zu erwarten sind.

Hinzu kommt eine hervorragende Infrastruktur in der immer beliebter werdenden und wachsenden Stadt Leipzig und eine mangelnde Konkurrenzsituation im Umkreis. Außer der Hertha gibt es im gesamten „Osten“ keine Bundesliga-Mannschaft; Hertha wird von vielen Ostdeutschen als „Westverein“ gesehen.

Mit der aktuellen Tabellensituation können wir bereits einen Blick in die Zukunft werfen. Wem dieser Blick nicht gefällt, der sollte sich vielleicht trotzdem daran gewöhnen. RB Leipzig ist gekommen, um zu bleiben.

Bildquelle:

  • rb-leipzig-supporters: thebeautifulgameblogdotcom2
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