Das Leben, wie es sein könnte

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Liebe Leserinnen und Leser,

„ändere noch heute Dein Leben!“. Bekommen Sie auch jeden Tag Mails mit solchen oder ähnlichen Betreff-Zeilen?

Ich meine, immer wieder über das eigene Leben nachdenken, eine Auszeit nehmen, privaten Streit aus dem Wege räumen, mehr Sport treiben, lange Spaziergänge unternehmen, abnehmen…ja, all das sollten wir mal wieder, oder? Die Dinge bereinigen, das Leben in eine Balance bringen, mit den Kindern mal wieder in den Zoo gehen…(und als Antwort auf den Vorschlag zu hören: „Papa, lass stecken!). Es gibt so viel, was man…wir…ich…mal wieder machen sollten.

In der Mail, die ich eingangs erwähnte, geht es um ganz Banales: „13 Kilo abnehmen in neun Tagen!!!“ Und das habe ich schon mal „geschafft“, wobei ich dazu allerdings einen Herzinfarkt mit anschließendem Koma benötigte. Heute braucht man sowas nicht mehr, denn es gibt jetzt „K2 Tropfen“, wie ich lese, da klappt das auch ohne Herzinfarkt. Schön, welche Fortschritte die Medizin macht. Und die K2-Werbung bringt auch mal ein wenig Abwechslung zwischen all die Mails mit Viagra-Werbung, die mich jeden Tag erreichen, seit ich 60. Geburtstag hatte. Bin gespannt, wann es mit Werbemails von Bestattungsunternehmen beginnt…spätestens dann wird es Zeit, alles zu ordnen.

Wie immer hat es bei unserem kleinen Plausch am Morgen einen ernsten Kern. Man muss hin und wieder mal den eigenen Kopf durchlüften, einfach mal chillen, nicht nur funktionieren. Mich hat es vorgestern gesundheitlich angeschlagen. Kennen Sie das? Sie versuchen, morgens aufzustehen, und nahezu alles tut weh? Schultern, Rücken, der Kopf. Erhöhte Temperatur auch noch. Ibu einwerfen, irgendwo im Haus nach einer FFP-Maske suchen, die man bei unserem Hausarzt in der Praxis tragen muss, und dann los zum Doc. Corona-Text, na klar. Negativ! Die erste gute Nachricht des Tages.

Nichts Dramatisches, höre ich, Sommergrippe, Stress vermeiden, viel trinken, ausschlafen. Ausschlafen? Was denkt sich der Mann? Ich muss Zeitung machen, Deutschland und die Welt retten, und am Wochenende ist das alljährliche Treffen mit meinen „Jungs“ vom Templerorden, immer schön, die ganze Bande zu sehen. In den vergangenen 25 Jahren habe ich nie gefehlt. Nun ist es, wie es ist.

Genießen Sie den Tag und das Wochenende, lassen Sie sich nicht hetzen! Frühstücken Sie in Ruhe mit Ihren Lieben, gehen Sie spazieren. Vielleicht legen Sie sich mittags nach dem Essen mal ein Stündchen aufs Ohr. Oder morgen früh: Gottesdienst, falls Sie noch wissen, wo die christliche Kirche in der Gemeinde steht. Kann man ja oftmals noch leicht finden, weil da so ein hoher Turm steht, wo eine Regenbogenfahne im Wind flattert. Und dann gehen Sie da mal rein, konzentrieren sich, beten für den ein oder anderen, der oder die es nötig hat! Und anschließend über die Straße ins Gasthaus, Nachbarn treffen, Wiener SchniPo, ein, zwei Pils, dann erstmal Siesta wieder…

So könnte es sein, das Leben. Ist es aber nicht. Eigentlich schade…

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Klaus Kelle

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