Der Kosmos Schlesinger – krank ist das ganze System Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk

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Liebe Leserinnen und Leser,

unkontrollierbare Systeme haben ein Eigenleben, das keine guten Früchte hervorbringt. Das belegt der Fall Patricia Schlesinger mit dem Rücktritt der RBB-Intendantin gestern Abend wieder einmal sehr schön.

Große Einheiten mit nahezu unbegrenzt erscheinenden finanzielle Ressourcen zeichnen sich in unserer Zeit dadurch aus, das immer dort besonders von Transparenz und Compliance geredet wird, also von einer Unternehmenskultur, die vorbildlich ist, und die die selbst verfassten Regeln auch strikt einhält. Und die Leute, die solche Regeln selbst entwickeln sind dann oft dieselben, die anschließend nach Wegen suchen lassen, diese eigenen Regeln zu umgehen.

Natürlich hat die Intendantin eines öffentlich-rechtlichen Senders, der Funk und Fernsehen zur vermeintlichen Grundversorgung des Publikums betreibt, große Verantwortung und das Anrecht auf ein entsprechendes Gehalt und einen Dienstwagen und ein repräsentatives Büro. Aber wir, die Zwangsgebührenzahler haben auch Anrecht darauf, dass mit unserem Geld verantwortungsbewusst umgegangen wird. Und – so scheint es – das ist hier nicht der Fall. Verschiedene Medien sind seit Wochen hartnäckig hinterher und haben viele unerfreuliche Details aus dem Kosmos Schlesinger zu Tage gefördert. Wieder vorne dabei beim Aufdecken sind BILD, BZ und Business Insider – alle drei Medien aus dem Verlagshaus Axel Springer. Chapeau, Kollegen! Ihr erbringt immer wieder den Beweis, dass auch sogenannte Mainstreammedien heute noch eine anständige journalistische Arbeit abliefern können.

Inwiefern sich Frau Schlesinger persönlich korrupten Verhaltens schuldig gemacht hat, werden die Untersuchungen zeigen. Manches riecht sehr streng danach, etwa Deals mit dem eigenen Ehemann und das Umschreiben von Rechnungen für Partys in der Privatwohnung. Aber, seriöse Medien sollten nicht vorverurteilen. Gut ist jedenfalls, dass solche Dinge aufgedeckt und aufgeklärt werden.

Und dass durch den aktuellen Vorgang die Debatte um die Notwendigkeit eines Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks wieder an Schwung gewinnt. Aus meiner Sicht braucht Deutschland dieses System nicht mehr. Wenn heute Morgen das ZDF nicht mehr da wäre, viele von uns würden es gar nicht bemerken in den ersten Tagen. Öffentlich-Rechtlicher Grundauftrag – das war einmal, heute sind es Volkserziehungsanstalten, die keiner braucht. Wenn der Staatsfunk weg wäre, würden sich einige Private sofort anders aufstellen und – siehe Amerika – mit Nachrichten und Talkshows sogar Geld erwirtschaften, statt es zum Fenster herauszuschmeißen.

ARD, ZDF, die Länderanstalten, DeutschlandRadio – abschalten! Das wäre wie eine Befreiung.

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Klaus Kelle

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.