Haaland verdirbt dem FC Bayern die Generalprobe

Serge Gnabry (l) im Dribbling gegen Rúben Dias. Foto: Morry Gash/AP/dpa
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Nach der Niederlage an seinem Geburtstag bestieg Julian Nagelsmann den Flieger zurück in die Heimat mit gemischten Gefühlen.

Die durch ein Tor von Ex-BVB-Star Erling Haaland verursachte Niederlage eine Woche vor dem Supercup-Duell des FC Bayern bei RB Leipzig gefiel dem siegeshungrigen 35-Jährigen zum Abschluss der US-Reise naturgemäß nicht. Wichtiger als der mit 0:1 gegen Pep Guardiola und Manchester City verlorene Test war für die Münchner aber der bevorstehende Zugang von Frankreichs Sturmjuwel Mathys Tel, den sich die Bayern angeblich 28,5 Millionen Euro Ablöse kosten lassen sollen. Viel Geld für einen 17-Jährigen.

«Es ist kein Eins-zu-Eins-Ersatz für Robert Lewandowski», sagte Nagelsmann, der wegen eines Unwetter mit deutlicher Verspätung erst nach München zurückkehrte. Aber das könne Tel angesichts seines jungen Alters auch gar nicht sein. Er traue diesem «eines Tages 40 Tore pro Saison» für den deutschen Fußball-Rekordmeister zu. «Aber wenn er diese Saison zehn Tore schießt, sind wir alle glücklich», sagte Nagelsmann nach der Partie vor 78.128 Zuschauern in Green Bay.

Knapp 150 Millionen Euro an Ablösesummen

Inklusive der Ablöse für Tel haben die Münchner diesen Sommer knapp 150 Millionen Euro an Ablösesummen gezahlt. Dem stehen Einnahmen von mehr als 65 Millionen Euro gegenüber. Der Verein habe «ein Zeichen» nach innen und außen gesetzt, sagte Nationalspieler Thomas Müller.

Weiter offen ist die Frage, wie es in der Personalie Konrad Laimer (25) von RB Leipzig weitergeht. Schon jetzt ist der Bayern-Kader exzellent besetzt. «Wenn so viele Topspieler im Kader sind, will man es dem Trainer als Spieler so schwer wie möglich machen. Das kann man nur, wenn man Topleistung bringt», sagte Vorstandschef Oliver Kahn. «Dieses Klima haben wir geschaffen. Aus dieser Atmosphäre heraus entstehen wieder Topleistungen.»

Besondere Führungsqualitäten werden künftig von Innenverteidiger Matthijs de Ligt und vom gegen City fehlenden Sadio Mané erwartet. Mané war nach seiner Kür zu Afrikas «Fußballer des Jahres» nicht wieder in die USA zurückgereist, ist aber für das Leipzig-Spiel fest eingeplant. «Wir haben Sadio vermisst. Er hätte uns geholfen», sagte Nagelsmann und betonte bei der Dauerfrage, wer die Treffer nach Lewandowski schießen soll: «Wir werden genug Tore schießen, das verspreche ich.» Im Spiel gegen City, das wegen eines Unwetters 15 Minuten später angepfiffen und später noch mal für fast eine Stunde unterbrochen wurde, glückte das in 2×40 Minuten nicht.

Gegen City wurden die Münchner nach einer strapaziösen Woche erwartungsgemäß weit mehr als beim 6:2 gegen D.C. United gefordert. Und genau solche Teams wie der englische Meister sind der Maßstab für die hochambitionierten Münchner, bei denen immer noch das Viertelfinal-Aus in der Champions League gegen den FC Villarreal nachwirkt. «Unsere Ansprüche – deutsche Meisterschaft, DFB-Pokal, Champions League – sind die höchsten», sagte Kahn.

 

Auf Belastung vorbereiten

 

Trotz Marketingaktionen und gesellschaftlichen Terminen hatte Nagelsmann auf dem einwöchigen Trip Zeit für sechs Trainingseinheiten. Dazu kamen die zwei Testspiele, wodurch die Stars auch sportlich stark gefordert wurden. «Wir müssen uns natürlich auf die größte Belastung vorbereiten: Das ist die kommende Saison. Da zieht Julian auch sein Trainingsprogramm durch», sagte Kahn.

Um den ersten Titel geht’s am kommenden Wochenende. «Den Supercup darf man nicht überbewerten, aber wir freuen uns drauf», sagte Kahn. «Er war schon immer eine Art Standortbestimmung.» Sechs Tage später eröffnen die Münchner bei Europa-League-Sieger Eintracht Frankfurt die neue Bundesliga-Saison.

Bildquelle:

  • FC Bayern München – Manchester City: dpa
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