Ich bin gespannt, ob Elon Musk jetzt bei Twitter Ex-Präsident Trump befreit

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Liebe Leserinnen und Leser,

ganz ehrlich: Ich mag Elon Musk. Natürlich kenne ich ihn nicht persönlich, sondern nur aus Zeitungsartikeln, Agenturmeldungen und Internetvideos. Ich denke, es sind Menschen wie Musk oder Branson oder Bezos, die unsere Welt wirklich voranbringen. Ganz unterschiedliche Herkunft und Lebensläufe, aber Menschen, die man Entrepreneur nennt. Entrepreneure, das sind Unternehmer, die sich durch eigenverantwortliches Handeln und unbändigen Willen zum Erfolg auszeichnen.

Während unsereins überlegt, ob wir einen Podcast als Ergänzung zu unserem Nachrichtenportal haben sollten, streiten die drei genannten Herren darum, wer als erster Menschen auf den Mars fliegen wird. Nicht um sich umzuschauen und dann zurückzufliegen zur Erde. Nein, um den Mars zu kolonialisieren. Sauerstoff-Aufbereitung, künstlich erzeugte Nahrungsmittel, ein Wohnmodul und dann gehts los. Nachschub wird von der Erde mit Shuttles geliefert. Und große Satelliten mit Sonnensegeln werden die Atmosphäre über Jahre verändern. Irgendwann wird man da oben auf dem Roten Planeten herumlaufen und Fußballspielen können – so ungefähr der Plan. Atemberaubend, oder? Terraforming, so nennt man das. Der Begriff entstammt übrigens dem Science-Fiction-Roman „Collision Orbit“ von Jack Williamson aus dem Jahre 1942. Wahnsinn, oder?

Ich bin sicher, an dieser Stelle werden mir die ersten Leser Nachrichten schicken, warum es unbedingt wieder ein Anglizismus sein muss bei uns, und was die denn da oben überhaupt zu suchen haben. Wie bei der Ukraine – was geht uns das überhaupt an? Und überhaupt, so lange in der Lessingstraße bei uns im Viertel dieses Schlagloch noch nicht geflickt ist, sollten die überhaupt nicht ins All fliegen. Ist doch auch schön im Schwarzwald.

Ganz ehrlich, ich kann so gar nicht denken. Es macht mich irre.

Leute wie Musk sind diejenigen, die die Menschheit voran bringen. Ein Milliardenunternehmen aus dem Nichts geschaffen? Reicht für solche ungewöhnlichen Menschen nicht. PayPal gegründet, mit SpaceX zu den Sternen und jetzt mit Tesla weltweit die Automobilität der Zukunft revolutionieren. So viele Preise gibt es gar nicht, wie dieser Mann verdient hätte. Weil er unsere Welt neu denkt, weil er ein Visionär ist.

Und weil er unfassbar viele Neider hat, die sich fragen: Warum muss der Mann so viele Milliarden haben und ein eigenes Flugzeug, Quatsch, sogar ein eigenes Raumschiff? Jeder ist seines Glückes Schmied – davon bin ich zutiefst überzeugt, auch wenn nicht jeder Multimilliadär werden kann. Bei einem, der Erfolg hat, gibt es auch 1000, die es versucht haben und gescheitert sind.

Vor ein paar Monaten habe ich in Österreich einen vergleichsweise jungen Entrepreneur kennengelernt, der mir seinen Club zeigte, der am kommenden Tag eröffnet wurde. Beim relaxten Whiskey fragte ich ihn, was er denn sonst so mache. Er war als Kind nach dem Jugoslawienkrieg mit seinen Eltern in die Alpenrepublik gekommen, durfte bleiben, schlug sich mit Gelegenheitsjobs herum, verdiente dann eine Menge Geld mit Kryptowährungen. Ihm gehört heute außerdem noch eine Mineralwasserfabrik und einen Fleisch-Lieferdienst. Alles aus dem Nichts geschaffen. Ich liebe solche Geschichten. Nichts ist so langweilig wie Stillstand.

Es ist schön in einem Land wie unserem zu leben, das jedem ein hohes Maß an sozialer Absicherung bietet, wo es einen Mindestlohn gibt und wo man über ein bedingungsloses Grundeinkommen streitet. Ich denke aber, man kann es auch übertreiben. Ein Vollkasko-Staat macht satt und träge. Wenn Sie sich etwas leisten wollen, dann lassen sie sich etwas einfallen, was andere brauchen, tun Sie was, schuften Sie! Da geht es nicht nur um Geldverdienen, Arbeit und Erfolg sind wichtig für ein erfülltes Leben.

Warum brauchen Musk und Bezos so viele Milliarden? Sie brauchen gar keine, sie machen es, einfach, weil sie es können.

Elon Musk hat Twitter gekauft, vor zwei Wochen noch unvorstellbar. Er macht es einfach. Er will es, und er setzt sich durch. Ich warte jetzt nur noch, ob er den Mut hat, den dort blockierten Ex-Präsidenten Donald Trump wieder freizuschalten. Aber warum auch nicht? Wenn er es will, dann kann er auch das….

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Klaus Kelle

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.