Jörg Meuthen schließt sich der Zentrumspartei an

Jörg Meuthen, früherer Bundesvorsitzender der AfD, äußert sich in der Bundespressekonferenz zu seinem Wechsel zur Zentrumspartei. (Archivbild) Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
Anzeige

BERLIN – Am Ende war es keine Überraschung mehr: Rund viereinhalb Monate nach seinem Rücktritt von allen Parteiämtern und seinem gleichzeitigen Austritt aus der Partei Alternative für Deutschland (AfD) hat Prof. Dr. Jörg Meuthen heute seinen Eintritt in die Deutsche Zentrumspartei – „Zentrum“– mitgeteilt. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin mit dem Bundesvorsitzenden der Zentrumspartei, Christian Otte, und dem Schatzmeister der Partei, Hans-Joachim Woitzik, erklärte Meuthen die Beweggründe für sein neues parteipolitisches Engagement:

Im Zuge der Überlegungen über sein zukünftiges politisches Engagement habe sich herausgestellt, dass das „Zentrum“ die Partei sei, „die genau für das steht, wo ich selbst meine politische Heimat und die Grundlage meiner politischen Arbeit sehe: konservativ, aber eben nicht reaktionär, freiheitlich, aber eben nicht beliebig, sozial, aber eben nicht sozialistisch, patriotisch, aber eben nicht nationalistisch.“

Als einer der Bundessprecher der AfD sei es ihm am Schluss „vollkommen unmöglich geworden, auf Basis eines rein vernunftgeleiteten, bürgerlichen Wertefundaments noch durchzudringen und politisch zu arbeiten.“

Meuthen, der dem EU-Parlament weiter angehört, sieht in den deutschen Parlamenten „eine riesige politische Repräsentationslücke“. Er könne die Menschen kaum noch zählen, die ihm in Gesprächen bekundeten, sie wüssten nicht mehr, was sie noch wählen könnten. Bei der Landtagswahl im größten Bundesland NRW im vergangenen Monat seien Wähler der CDU, FDP, SPD und AfD zu Hunderttausenden im Vergleich zur vorherigen Wahl der Wahlurne ferngeblieben. Die Wahlbeteiligung in NRW fiel auf einen historischen Tiefstwert von lediglich 55,5 Prozent. Meuthen: „Nimmt man die Gesamtheit der Nichtwähler bei dieser Wahl, übersteigt deren Zahl sogar die Summe aller Menschen, die eine der drei erstplatzierten Parteien CDU, SPD und Grüne gewählt haben. Das ist in einer Demokratie ein erschreckender Befund.“

Der Bundesvorsitzende Otte sagte: „Mit unseren prominenten Neuzugängen Jörg Meuthen und zuvor schon Uwe Witt ist das „Zentrum“ nun erstmals zugleich im Deutschen Bundestag und im Europäischen Parlament vertreten. Mit diesem neuen Aufmerksamkeitsschub sowie mit der begonnenen umfassenden programmatischen Erneuerung der Partei wird die Zentrumspartei nun Schritt für Schritt aus ihrem bisherigen Nischendasein heraustreten.“

 

Bildquelle:

  • Jörg Meuthen: dpa
Anzeige

Unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende

Jetzt spenden (per PayPal)

Jetzt abonnieren