Klar, dass Elon keine Lust mehr hat: Umsatzeinbruch und Verlust bei Twitter

ARCHIV - Twitter hat mit hohen Verlusten zu kämpfen. Foto: Gregory Bull/AP/dpa
Anzeige
Twitter hat im vergangenen Quartal rund um den turbulenten Übernahmeversuch durch Tech-Milliardär Elon Musk einen Umsatzrückgang und einen hohen Verlust verbucht. Die Erlöse sanken im Jahresvergleich um ein Prozent auf 1,18 Milliarden Dollar.Analysten hatten mit gut 1,3 Milliarden Dollar gerechnet. Twitter begründete die Entwicklung mit einem schwächeren Online-Werbemarkt – und auch mit der Unsicherheit rund um Musks Übernahmepläne.

Musk hatte im April angekündigt, Twitter für rund 44 Milliarden Dollar kaufen zu wollen. Wenige Wochen später erklärte er den Deal für ausgesetzt und machte schließlich Anfang Juli einen Rückzieher. Twitter will ein Urteil erreichen, das Musk verpflichtet, die Übernahme zum vereinbarten Preis von 54,20 Dollar je Aktie zu vollziehen. Zum Auftakt des US-Handels am Freitag gab der Kurs nach Vorlage der Zahlen um über ein Prozent auf gut 39 Dollar nach.

Auch Snapchat schwächelt

Unterm Strich beendete Twitter das zweite Quartal mit einem Verlust von 270 Millionen Dollar – nach schwarzen Zahlen von knapp 66 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Kosten rund um den Übernahmedeal addierten sich im vergangenen Quartal auf 33 Millionen Dollar.

Die Zahl der täglich aktiven Nutzer, die Twitter mit seiner Werbung erreichen kann, weil sie die hauseigene App oder die Web-Version nutzen, stieg binnen drei Monaten von 229 Millionen auf 237,8 Millionen. Im ersten Quartal hatte der Dienst noch gut 14 Millionen Nutzer dazugewonnen.

Der Druck auf den Twitter-Umsatz kommt nicht ganz überraschend: Angesichts der Inflation und schwachen Konjunktur fahren viele Unternehmen ihre Werbeausgaben zurück. So meldete die Firma hinter der Foto-App Snapchat im zweiten Quartal ihr bisher schwächstes Umsatzwachstum mit einem Plus von 13 Prozent. Die Snapchat-Aktie sackte im frühen US-Handel um mehr als ein Drittel ab.

Unter Verweis auf Musks Übernahmeversuch ließ Twitter zum zweiten Mal in Folge die bei US-Unternehmen übliche Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen ausfallen, in der Analysten das Top-Management zu Details der Geschäftsentwicklung befragen können.

Bildquelle:

  • Twitter-Logo: dpa
Anzeige

Unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende

Jetzt spenden (per PayPal)

Jetzt abonnieren

Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.