„Klima-Aktivisten“? Nein, die „Letzte Generation“ ist auf dem Weg in den Terrorismus

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Liebe Leserinnen und Leser,

die Buchautorin und Terror-Expertin Bettina Röhl warnt gestern in der BILD davor, dass sich die Klimaextremisten der hoffentlich „letzten Generation“ dieser Art auf dem Weg zu einer neuen RAF befinden könnten.

Aktuell sorgt der Hirntod einer Radfahrerin Anfang der Woche in Berlin für – vermutlich nur – Stirnrunzeln bei politisch Verantwortlichen wie etwa Innenministerin Nancy Faeser, die uns bisher ja nur als wackere Kämpferin „gegen Rechts“ aufgefallen ist. Die Tadlerin, die bei dem Unfall schwer verletzt wurde und nie wieder das Bewusstsein erlangen wird, hätte vielleicht überleben können, wenn das angeforderte Spezialfahrzeug den Unglücksort erreicht hätte. Doch sie kamen zu spät, weil Klima-pubertierende Bürgerkinder meinten, sie hätten das Recht, eine Metropole in Teilen um eines vermeintlich höherwertigen Zieles willens lahmzulegen. Das angeforderte Spezialfahrzeug blieb bei der Aktion der „letzten Generation“ im Stau stecken.

Wie kommen Kinder, teils aus gutem Hause, dazu, sich zu radikalisieren?

Warum wird eine evangelische Pfarrerstochter wie Gudrun Ensslin, aufgewachsen in der schwäbischen Einöde, zur Topterroristin, die an mindestens vier Morden beteiligt war und dann zu den Selbstmördern in Stammheim gehörte? Eine Radikalisierung um eines vermeintlich höheren Zieles willen. Und solche „höheren Ziele“ gibt es an jeder Ecke. Und irgendwann steht man dann nicht nur mehr über dem Gesetz, man steht über allem anderen, auch dem Leben anderer Menschen. Anders Breivik hat auch gedacht, er macht etwas Richtiges. Und es war schrecklich falsch.

Und Ulrike Meinhof, eine unglaublich engagierte Journalistin, die gegen offenkundige Missstände in den 70er Jahren anschrieb.

Als ich in den 90er Jahren in Berlin lebte, hatte ich über mehrere Jahre eine Liebesbeziehung zu einer Linksextremistin. Sie stammte aus…na, woher schon…Schwaben und pflegte lockere Kontakte in die Hausbesetzerszene der Stadt. Sie kannte niemanden wie mich, einen Provinzheini, der in der Jungen Union aktiv gewesen war, freiwillig katholisch geworden ist und Eberhard Diepgen und Klaus-Rüdiger Landowsky gut fand. Und ich hatte vorher keine Frau kennengelernt, die abends beim Kässpätzle schaben Tracy Chapman („Talkin‘ Bout a revolution“) hörte, mich in düstere Kneipen wie die „Barrikade“ im Wedding schleppte und sich dort mit mir einen Tequila nach dem anderen reinschüttete und sich dabei mit mir bis morgens um 4 Uhr anbrüllte, ob die Deutsche Einheit denn nun richtig sei oder nicht. Ach, die gute alte Zeit…

Die Lebensgeschichte von Ulrike Meinhof war während unserer gemeinsamen Zeit immer wieder ein Thema. Nicht das Morden, nicht die Anschläge, aber die unbedingte Konsequenz, für die eigenen Überzeugungen aus dem bürgerlichen Leben auszusteigen und mit allem komplett zu brechen. Und auch heute tun das Menschen in Deutschland für dieses oder jenes Ziel.

Und, nicht dass Sie mich missverstehen, keine Politik, keine Religion und auch kein Klimaaktivismus rechtfertig jemals den Einsatz von Gewalt. Es ist immer ein Irrweg. Gewalt ist in meiner Welt nur zur Verteidigung legitim, in einem Krieg, zur Abwehr einer Gefahr für Leib und Leben. Aber Leute sterben lassen, um die Treibhausgase einzudämmen. So blöde kann man doch gar nicht sein.

Mir fallen hier beim Schreiben noch ganz viele Gedanken ein, die einer Betrachtung wert wären. Was wäre passiert, wenn Stauffenberg mit seinem Attentat auf Hitler Erfolg gehabt hätte? Was wäre mit Deutschland passiert, mit Stauffenberg? Wäre es besser geworden? Hätte es irgendwas verändert?

Was haben die Morde der Roten-Armee-Fraktion im „Deutschen Herbst“ verändert? Außer das unschuldige Menschen gestorben sind. Revolution? Ich bitte Sie! Was haben die Mörder des NSU mit ihren widerwärtigen Taten erreicht, was der Rechtsextremist, der den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke 2019 erschossen hat. Es ist alles so sinnlos, es führt nie zu einem positiven Ergebnis.

Und es ist leider zu befürchten, dass sich Einzelne der Klima-Extremisten ebenso auf den Irrweg machen werden. Erst Gewalt gegen Sachen, dann Nötigung, den Berufsverkehr in einer Millionenstadt morgens lahmlegen. Wahrscheinlich verspüren sie ein Gefühl von Macht, sind berauscht von ihrer vermeintlichen Bedeutung, wenn sie von Polizisten entklebt und weggetragen werden, wenn sie morgens auf dem Titel von BILD oder BZ stehen. Aber in Wirklichkeit sind sie naive Idioten, deren einziger Erfolg ist, dass sie schreckliches Leid für andere Menschen verursachen.

Ich verachte diese Gestalten.

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Klaus Kelle

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.